www.naturklimahaus.de

 


Eine Infrarot-Thermographie macht auf einen Blick die Schwachstellen der Dämmung deutlich. (Foto: ProClima)


     
 


Hier wird der Ventilator installiert, der einen Zug im Haus simuliert und so die undichten Stellen des Hauses erkennen läßt. (Foto: SIGA)


     
 


(Foto: Michael Wehrli)


     
 


(Foto: Michael Wehrli)


     
ÖKONEWS - Nachrichten und Pressemeldungen

 

 

BLOWER-DOOR-TEST

 

Ist ihr Haus wirklich winddicht?

Von vielen unbemerkt wurde mit Einführung der zur Zeit gültigen Wärmeschutzverordnung 95 die den Umfang der Wärmedämmung regelt auch ein Standard für die Luftdichtheit von Gebäuden eingeführt. Dieser ist in der DIN V 4108-7 geregelt und schreibt für Gebäude Grenzwerte für den Luftwechsel vor. Übergeordnetes Ziel ist es dabei die Energieverluste eines Gebäudes durch Lüftung (ca. 30 % des Gesamtverbrauchs) zu reduzieren.

Grenzwerte

Diese Grenzwerte fordern für Gebäude mit freier Lüftung durch Fenster einen maximal 3-fachen Luftaustausch des gesamten Innenraumvolumens in einer Stunde. Bei Gebäuden mit kontrollierter Lüftung sogar einen 1-fachen Luftwechsel! Gemessen wird diese Luftwechselrate bei einer Druckdifferenz (innen - außen) von 50 Pascal. Man nennt den ermittelten Wert der Luftwechselrate auch n50- Wert. Die Meßbedingungen während eines Luftdichtheitstestes (Blower-Door) simulieren die Verhältnisse in einem Gebäude während eines Sturms der Windstärke 5 ­ 6. Dieser künstliche Sturm wird mittels eines kräftigen Gebläses erzeugt, welches in einem Rahmen aus Segeltuch eingebaut ist und in ein Fenster oder eine Außentüre luftdicht eingespannt wird. Bei Luftmengen bis zu 5500 m3/h wird dann der Druckunterschied zwischen Außen- und Innenraum gemessen. Der Druckunterschied in Abhängigkeit zur Fördermenge des Ventilator wird zu dem Gebäudeinnenvolumen in Beziehung gesetzt und erlaubt so Rückschlüsse auf die Luftdichtheit der Außenhülle.

Vorteile der dichten Hülle

Eine luftdichte Außenhülle ist aus folgenden Gründen erstrebenswert:

  • Energieeffizienz
    Man hat nämlich durch Versuche festgestellt das die Qualität einer Wärmedämmung nicht nur von der Dämmstärke und dem Wärmeleitwert (Maß für die Dämmstoffqualität) abhängt, sondern auch zu einem nicht unerheblichen Teil von dem Fachgerechten Einbau der Dämmung in einem zugluftfreien Kontext.

  • Vermeidung von Bauschäden
    Das unkontrollierte Entweichen z.B. von warmer feuchter Innenluft durch die Ebene der Wärmedämmung wegen mangelhafter Luftdichtung mindert nicht nur die Funktionsfähigkeit der Dämmung durch kondensierende Luftfeuchte sondern kann auf Dauer auch zu ernsthaften Bauschäden führen.

  • Komfortgewinn
    Das Vermeiden von Zugluft in einem Gebäude erhöht das Wohlbefinden. So fühlt man sich in Räumen ohne Durchzug während der Heizperiode schon bei geringeren Temperaturen wohl (was dann auch zu einer Senkung der Energiekosten führt). Weiterhin wird eine effektive Nutzung der Räume ermöglicht (ohne Sicherheitsabstand vor zugigen Fenstern und Türen). Ein weiterer Vorteil ist die Verbesserung des sommerlichen Wärmeschutzes. Die Räume können die Kühle der Nacht länger im Haus behalten, so das auch tagsüber angenehme Temperaturen herrschen.

  • Sicherheit vor gesundheitsschädlichen Baustoffen
    Die Durchströmung von Dach und Wandaufbauten besonders bei “Nicht-Ökohäusern³ kann ungesunde Fasern und Feinstäube und Sporen ins Hausinnere transportieren und dort langfristig zu Krankheiten wie z.B. dem Sick-Building­Syndrom führen. Anhand dieser kurzen Auflistung wird schon deutlich, wie sinnvoll es ist, diesem Thema genügend Aufmerksamkeit zu schenken. Der Alltag am Bau macht deutlich, wie schwierig Luftdichtheit zu vermitteln ist und wie schwer sich die am Bau Beteiligten mit der Umsetzung tun. So sind Hilfsmittel wie der Blower-Door Test in Verbindung mit Strömungsmessungen oder der Infrarot-Thermographie hilfreich um Undichtheiten der Gebäudehülle sichtbar und damit nachvollziehbar zu machen. Damit es aber nicht notwendig wird, aufwendig nachzubessern, ist es für Bauherren und Handwerker am Besten sich frühzeitig darüber zu informieren, welche Materialien und Ausführungsdetails geeignet sind um die Hüllflächen eines Gebäudes luftdicht herzustellen. Die Verantwortung für das Endresultat liegt bei Bauherr und Handwerker zu gleichen Teilen. Denn es ist äußerst unbefriedigend, sich nach Bauabschluß (oder sogar im Schadensfall) auf nicht eingehaltene Normen und Vorschriften zu berufen und eine Nachbesserung zu verlangen, ohne sich vor Beginn der Bauarbeiten über die notwendige Art und Weise der Ausführung und deren Reihenfolge informiert zu haben.

Informationen für Interessierte

Der ökologische Fachhandel hält umfangreiches Infomaterial zum Thema Luftdichtheit z. B. von Herstellern von Pappen und Klebebändern bereit. Beim Impuls-Programm Hessen kann die informative Broschüre "Luftdichtheit der Gebäudehülle- Probleme und Lösungen" bestellt werden (Tel. 0615 1- 13 85 13). Wo die häufigsten Schwachstellen bei Häusern auftreten können und wie Sie vermieden werden können, wird ausführlich in der nächsten Ausgabe behandelt.

 
 
Autor: Dipl.-Ing. M. Wehrli, Idstein-Heftrich
Kontakt: Tel.: 06126 / 70870


Datum: 25.11.1999
Uhrzeit: 09 : 20






 



Pressemitteilungen
  Veröffentlichen Sie Ihre Unternehmens-Mitteilungen regelmäßig über unser Portal!


 

Schlagwort-Suche
 
Geben Sie Ihr Suchwort ein, Sie bekommen dann alle relevanten News angezeigt!

 

Datum-Suche
  Suchen Sie nach Nachrichten zu einem bestimmten Datum!


 

RSS/XML-Feeder
  Veröffentlichen Sie die ÖKO-News auf Ihrer Homepage! Oder lesen Sie immer die neusten Nachrichten mit Ihrem Newsreader.

 

ÖKO-Newsletter
 
Über unseren Newsletter bekommen Sie täglich die aktuellen ÖKO-NEWS zugeschickt.
Geben Sie Ihre eMail an:


 

Auszeichnungen
  "Ausgezeichnet" findet auch die Fachpresse unser Portal:




 

ÖKO-Adressen.de
  Das ökologische Branchenbuch im Internet!

ÖKO-Adressen.de - Umwelt - Alternativ - Branchenbuch

  • Zur Firmen-Suche


  • Eintrag-Infos anfordern

  •  

    Weiter lesen