Medizintechnik
Als die Gesundheitsreform dazu führte, dass auch eingeführte Arztpraxen immer weniger Ertrag vorweisen konnten wurde der Absatz der innovativen Medizintechnik immer mehr eine Frage der Auslastung der Geräte und der Kostenverteilung auf mehr private Krankenversicherer. Viele Abrechnungen konnten nicht mehr mit den gesetzlichen Krankenkassen vorgenommen werden. Die Ärzte und Krankenhäuser mussten sich unternehmerisch denkend zeigen um die neuesten Geräte und Anlagen für die Patientenversorgung einsetzen zu können.
Daraufhin wurden Gemeinschaftspraxen mit Nutzung einer neuen Technologie gegründet, um die Kosten auf mehrere Nutzer zu verteilen. Als Vorlage dienten hierfür erfolgreiche Modelle aus dem Ausland, dort wird dieses System seit Jahren praktiziert. Dies ist eine wirtschaftliche Gestaltung und erlaubt die Anwendung neuester Medizin-Technologien um dem Patienten optimale Versorgung auf dem neuesten Stand der Technik zu gewährleisten.
Gerade große Anlagen, wie Röntgen- Kernspin- oder Lasertechnik, können so allen Patienten zur Verfügung stehen. Leider sind die Wartezeiten oft ausgereizt um die optimale Nutzung der Anlage zu erzielen. Wenn wir uns heute vertrauensvoll in die Behandlung eines Arztes begeben, gehen wir davon aus mit dem neuesten technischen Standards versorgt zu werden. Die Investitionen hierfür sprengen jedoch häufig die Planungen und Budgets der Kliniken und Praxen. Eine private Zuzahlung für den Einsatz moderner Medizintechnik ist teilweise unerlässlich. Damit begeben wir uns auf dem Weg zu einer Klassengesellschaft, die den Einsatz teurer Geräte vom Geldbeutel des Patienten abhängig macht.
Deutschland war ein Vorreiter für die Entwicklung und Einführung neuer Medizintechniken. Lange war “made in Germany” auf der ganzen Welt begehrt. Heute dominieren Hersteller aus dem asiatischen Raum den Markt und können die Geräte zum Teil kostengünstiger produzieren.