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    Protestaufruf: "Querstellen statt transportieren" Die Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und ROBIN WOOD haben heute in Berlin gemeinsam mit X-tausendmal quer und den Bürgerinitiativen Ahaus und Lüchow-Dannenberg der Einladung von Umweltminister Jürgen Trittin zu einem Gespräch über die bevorstehenden Castor-Transporte eine Absage erteilt. Die Atommülltransporte stünden bereits fest und es gebe keinen Verhandlungsspielraum mehr. Daher mache ein solches Gespräch keinen Sinn. Nur wenn es tatsächlich darum gehe, den Atomausstieg zu beschleunigen und die Gespräche ergebnisoffen seien, habe das Anti-Atom-Bündnis Interesse daran. Jetzt könnten nur noch Proteste gegen die kommenden Atommülltransporte helfen, den Ausstieg aus der Atomkraft zu beschleunigen. Renate Backhaus, atompolitische Sprecherin des BUND-Bundesvorstands: "Die Castor-Transporte von La Hague nach Gorleben dienen nicht dem Atomausstieg, sondern sorgen im Gegenteil für den Weiterbetrieb der gefährlichen Atomreaktoren. Deshalb müssen wir diese Transporte verhindern. Wir lassen uns auch von einer rot-grünen Bundesregierung nicht unsere Proteste gegen den Atom-Nonsens verbieten und rufen alle auf, sich daran zu beteiligen. Für uns ist und bleibt der sofortige Ausstieg aus der Atomkraft unabdingbar." Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD: "Noch immer befindet sich die Atomindustrie mitten im Castor-Skandal. Bereits bei der Erprobung neuer Beladetechniken hat es im Atomkraftwerk Philippsburg Mängel gegeben, so wurden z.B. Kontaminationsgrenzwerte der Transportbehälter überschritten. Trotz der bisher ungeklärten Probleme soll der Strahlenmüll nach England oder Frankreich transportiert werden. Das ist völlig inakzeptabel." Jochen Stay, Pressesprecher von X-tausendmal quer: "Wenn jetzt Castoren aus La Hague nach Gorleben transportiert werden, rollt anschließend wieder neuer Atommüll aus Deutschland nach Frankreich. Damit würde die systematische radioaktive Verseuchung von Ärmelkanal und Nordsee weitergehen. Dagegen müssen wir uns gemeinsam wehren. Auch die französischen Anti-Atom-Initiativen haben schon Widerstand auf dem französischen Teil der Transportstrecke angekündigt." Peter Bauhaus, Vorstandsmitglied der BI Lüchow-Dannenberg: "Mit dem Transport von weiterem Atommüll nach Gorleben sollen erneut Fakten geschaffen werden. Absicht ist es, die Entscheidung für einen ungeeigneten Salzstock und Gorleben als Endlager zu zementieren - trotz des angeblichen Moratoriums. Diese Strategie machen wir nicht mit. 'Gorleben' hat reine Alibifunktion - es gibt keine Entsorgung!" Felix Ruwe, BI Ahaus: "Immer wenn Atommüll in Zwischenlager wie Ahaus und Gorleben transportiert wird, täuscht das eine Entsorgungsmöglichkeit für diesen hochgiftigen Müll vor. Eine sichere Lagerung von radioaktiven Abfällen über Millionen von Jahren kann es aber nicht geben. Zudem erhöht sich mit jedem Kilometer, den der Atommüll durch die Landschaft gefahren wird, die Wahrscheinlichkeit von Unfällen und radioaktiver Verseuchung." Eduard Bernhard, Vorstandsmitglied und energiepolitischer Sprecher des BBU: "Mit dem sogenannten Atomkonsens wurde besiegelt, dass mindestens noch ein Mal die gleiche Menge an Atommüll produziert wird, die schon bisher in Deutschland angefallen ist. Das ist unverantwortlich! Es gibt nach wie vor keine Entsorgungsmöglichkeit für diesen gefährlichen Abfall. Allein das hochgiftige Plutonium hat eine Halbwertzeit von 24.400 Jahren. Dieser Müll ist ein einzigartiger Anschlag auf die kommenden Generationen." In Ahaus findet am 18. Februar zum Auftakt der Proteste eine Anti-Atom-Demo statt. Am 24. März treffen sich die Gegnerinnen und Gegner der Atompolitik in Lüchow-Dannenberg, um gegen die Atomtransporte zu demonstrieren. Das Bündnis gegen die bevorstehenden Castor-Transporte ruft alle auf, sich an den Protestaktionen zu beteiligen.



     
      URL: http://www.bund.net
    26.02.2001
    07 : 49


     
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