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    Vor dem Hintergrund der wachsenden Biomärkte in Europa hat der Naturschutzbund NABU am Sonntag (16.1.) auf einer Konferenz im Rahmen der Grünen Woche mit zahlreichen Fachleuten die Chancen für ökologische Pflanzenzüchtung in Europa diskutiert. Dabei wurde empfohlen, auf lange Sicht einen deutlichen Anteil aller öffentlichen Gelder für Pflanzenzüchtung in ökologische Züchtung zu investieren. Professor Hardy Vogtmann, künftiger Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, betonte deren Bedeutung als Alternative zur Gentechnik in der Landwirtschaft: "Auf diesem Wege können wir dem dramatischen Verlust an Kulturpflanzenvielfalt entgegenwirken." In den letzten 100 Jahren seien 75% der Kulturpflanzen weltweit ausgestorben. Auf US-amerikanischen Äckern wüchsen heute nur noch 5% der Kohlsorten vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Zwar gebe es Übereinstimmungen zwischen ökologischer und konventioneller Pflanzenzüchtung, doch sei der Bio-Landbau am besten für die Sicherung und Weiterentwicklung der Biodiversität sowie die Einhaltung hoher Qualitätsstandards geeignet. Vogtmann nannte Pflanzengesundheit sowie die hohe Anpassungsfähigkeit an lokale Bedingungen als weitere Kennzeichen ökologischen Saatguts: "Beim ökologischen Anbau werden die natürlichen Ressourcen ebenso optimal wie schonend genutzt." Cornelia Wiethaler, NABU-Projektleiterin Kulturpflanzenvielfalt, verwies auf den speziellen kulturellen und biologischen Reichtum Europas. "Ein Europa der Qualität, der Regionalität, der Authentizität und der Diversität kann zum globalen Vorbild für nachhaltige Entwicklung werden." Deshalb müsse auch die europäische Gesetzgebung im Agrarbereich an ökologische Prinzipien angepasst werden, forderte Manon Haccius von der ArbeitsGemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL): "Wir brauchen hier Diversität statt Homogenität." Carlo Petrini von Slow Food aus Turin würdigte das Leitbild als wichtigen Beitrag zum Erhalt der regionalen Geschmackskultur: "Umweltschützer sind Genießer." Das NABU-Projekt Kulturpflanzenvielfalt bedankt sich beim Saatgutfonds Bochum und der Europäischen Kommission DG.XI. für die Zusammenarbeit und Förderung. Für Rückfragen: Cornelia Wiethaler, NABU-Projektbüro Kulturpflanzenvielfalt, Tel. 07551/91200 oder 0170/4115941

     
     
    18.01.2000
    12 : 44


     
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