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    Aus Mist Gold machen - wer wünscht sich das nicht. Mit neuen Biogasanlagen wird aus Gülle und Bioabfällen zwar kein Gold, dafür jedoch wertvoller Strom, Wärme und Kälte erzeugt. Und das rechnet sich dank steigender Energiekosten immer besser. Auf der Internationalen Fachmesse für Ver- und Entsorgung Envitec in Düsseldorf (14.-17. Mai) stellen Fraunhofer-Forscher das integrierte Energieversorgungskonzept vor. Bio-Kraftwerke haben in Deutschland gute Marktchancen. Allein von 1998 bis 2000 hat sich die Anzahl der Biogasanlagen auf 1 200 verdoppelt. Und mit dem im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgeschrie-benen Stromvergütungspreis von bis zu 20 Pfennig pro Kilowattstunde Strom (kWh) erhält die Biogas-Branche weiteren Schwung. Dabei arbeiten viele Biogas-Anlagen noch nicht optimal. Denn bei der Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken wird der größte Teil der Energie in Wärme umgewandelt. »Die meisten Biogas-Anlagen nutzen diese Abwärme nur unzureichend«, so die Erfahrung von Stephan Kabasci vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen. Daher haben Forscher des Fraunhofer-Instituts in einem vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union geförderten Projekt ein neues, innovatives Konzept entwickelt. Hierbei wird die im Blockheizkraftwerk erzeugte Abwärme zum Heizen sowie zum Betrieb einer Kältemaschine genutzt. Ende Mai nimmt die für den Bauernhof Loick konzipierte Anlage ihren Betrieb auf. Neben der hofeigenen Biomasse wie Gülle, Grünschnitt und Maissilage werden in der Anlage auch Lebensmittelabfälle eines Industriebetriebs zu Biogas vergärt. Insgesamt fallen im Jahr 4 000 Kubikmeter Gülle, 4 500 Tonnen Reststoffe aus der Lebensmittelindustrie sowie 2 000 Tonnen Maissilage an. Mit dem daraus gewonnenen Biogas wird ein Blockheizkraftwerk betrieben, das etwa zwei Mio kWh Strom im Jahr produziert - das entspricht dem Stromverbrauch von 500 Haushalten. Diesen Strom speisen die Betreiber der Anlage in das öffentliche Netz ein. Bei der Stromerzeugung fällt aber auch eine Wärmemenge von drei Mio. kWh pro Jahr an. »Diese Abwärme nutzen wir zum Beheizen der Ställe, des Wohnhauses, der Büroräume und eines Industrieunternehmens«, berichtet Kabasci. Zudem wird mit der Wärme eine thermische Kälteanlage betrieben, die ähnlich wie die Kühlschränke in Campingwagen aus Abwärme Kälte erzeugt. So können im Sommer die Wohn- und Büroräume sowie Stallungen klimatisiert werden. »Dank des ausgeklügelten Konzepts werden etwa drei Viertel der anfallenden Wärmeenergie genutzt«, erläutert der Fraunhofer-Ingenieur. Auch der Gärrückstand wird weiterverwendet. Er dient als flüssiger Dünger in der Landwirtschaft. So bringt die integrierte Energieversorgung sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile: Sie spart Heizkosten, erzeugt preisgünstige Kälte aus Abwärme, liefert Strom, verringert die Emission von Treibhausgasen, reduziert Nitratauswaschungen ins Grundwasser und schließt den Kreislauf von Nährstoffen aus organischen Abfällen. Wie die innovative Biogasanlage funktioniert, zeigen Forscher an einem Modell auf dem Gemeinschaftsstand der Fraunhofer-Institute für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und Materialfluss und Logistik IML in Halle 11, D69. Dort können sich Besucher auch über Logistiksysteme für die Bereitstellung biogener Brennstoffe wie Holzreste, Bioabfälle oder landwirtschaftliche Reststoffe informieren sowie über Reinigungsverfahren für Grundwasser. Das IML unterstützt Interessenten bei der Standortplanung von Energieanlagen sowie der Gestaltung logistischer Prozesse. Das IGB stellt ein System zur Reinigung von Grundwasser vor: Mikroorganismen beseitigen chlorierte Kohlenwasserstoffe. Ansprechpartner: Dr.-Ing. Stephan Kabasci Telefon 02 08/85 98-1 64, Fax 02 08/85 98-2 90, ka@umsicht.fhg.de Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT Osterfelder Straße 3 46047 Oberhausen Eine Infografik finden Sie in Kürze auf: http://www.fraunhofer.de/german/press/pi/index.html



     
      URL: http://www.fraunhofer.de
    06.05.2001
    07 : 38


     
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