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    In verschiedenen Rundmails haben wir Kritik an den verschiedenen Aspekten des sogenannten 'Ökostromhandels' geübt. Diese Informationen können Sie nachlesen unter http://www.sfv.de/lokal/mails/rundmail/p0105053.htm Heute will ich die Frage behandeln, wie hoch der Anteil an Strom aus Erneuerbaren Energien (EE-Strom) im Netz hätte werden können, bzw. werden könnte, wenn es nur den von Idealisten getragenen 'Ökostromhandel' gegeben hätte bzw. gäbe: Die Grundidee des Ökostromhandels geht von den Marktgesetzen aus. Wenn mehr 'Ökostrom' nachgefragt würde, als bereits erzeugt wird, würden nach den Marktgesetzen die 'Ökostrompreise' in die Höhe gehen und dadurch würde ein Anreiz zum Bau neuer EE-Anlagen ausgeübt. Es würden also NEUE Anlagen gebaut werden! Soweit die Hoffnungen der 'Ökostromhandels'-Befürworter. Doch leider sind in der Praxis die Voraussetzungen, von denen die 'Ökostromhandels'-Befürworter ausgehen, überhaupt nicht gegeben. Es wird nämlich zur Zeit nicht mehr 'Ökostrom' verlangt als erzeugt, sondern weniger. Ich will deshalb auf die Kehrseite hinweisen, die sich ebenfalls aus der Anwendung der Marktgesetze ergibt: Wenn mehr 'ÖkoStrom' erzeugt wird, als nachgefragt wird, müssen die Betreiber von EE-Anlagen 'Ökostromkunden' suchen, die ihnen ihren EE-Strom abnehmen. Die Betreiber müssen ihren EE-Strom weit unterhalb der Erzeugungskosten anbieten, um ihn überhaupt loszuwerden. Betreiber, die mit dem Preis nicht runter gehen, bleiben auf ihrem EE-Strom sitzen. Für den 'Ökostrom-KUNDEN' ist das natürlich sehr günstig. Er bekommt 'Ökostrom' sozusagen nachgeworfen - fast genauso billig wie konventionell erzeugten Egalstrom. Der 'Ökostromkunde' kann somit für einen sehr geringen finanziellen Aufwand sein Gewissen beruhigen. Sogar den teuer produzierten Solarstrom kann er dann bereits für 2 oder 3 Pfennig Aufschlag auf den konventionellen Strompreis erhalten. Wenn dazu dann noch die Ökostromsteuerbefreiung für EE-Strom kommt, könnte 'Ökostrom' sogar billiger angeboten werden als Egalstrom. Einige 'Ökostromhändler' weisen schon jetzt in ihren Aktienverkaufsprospekten auf diese glänzenden Aussichten für den 'Ökostromhandel' (und natürlich besonders für ihre 'Ökostrom'-Handelsgesellschaft hin. So wird in der Öffentlichkeit der irrige Eindruck erweckt, Ökostrom brauchte nur wenig teurer als Egalstrom zu sein. Rosige Zeiten also? Und wenn ja, für wen? Versetzen Sie sich mal in die Lage eines Hausdach-Eigentümers. Würden Sie eine Solarstromanlage bauen, wenn Sie für Ihren Solarstrom nur 20 Pf/kWh bekommen können? Und so geht es Hunderttausenden anderer Hausdach-Eigentümern. Also: Der erwünschte Nachfragesog bleibt aus; es werden keine neuen Anlagen mehr gebaut und die bereits bestehenden Anlagen arbeiten unwirtschaftlich, werden beim Anstehen der nächsten Reparatur möglicherweise sogar stillgelegt. Der erwünschte Nachfragesog würde nur entstehen, wenn MEHR Strom aus erneuerbaren Energien nachgefragt würde, als zur gleichen Zeit erzeugt und angeboten wird. Diese Situation hat es bisher aber noch nie gegeben. Zur Zeit wird in Deutschland sogar etwa 60 mal so viel EE-Strom erzeugt, als über den Ökostromhandel verkauft wird. Mehr als 6 % der Gesamtstromerzeugung erfolgt aus EE-Strom (einschließlich Großwasserkraft). Von 'Ökostromkunden' wird jedoch nur etwa 0,1 % des Stroms als 'Ökostrom' gekauft. Der Rest des EE-Stromes wird nach den Bestimmungen des EEG dem Egalstrom beigemengt und von allen Stromkunden verbraucht und bezahlt. Wollte man ohne EEG und andere Förderprogramme den Anteil des EE-Stromes in Deutschland weiter steigern, dann müsste man die Nachfrage nach 'Ökostrom' rasch von derzeit 0,1 % auf über 6 % anheben und weiter ständig steigern, damit jederzeit MEHR 'Ökostrom' nachgefragt wird, als bereits erzeugt wird. Und diese Nachfragesteigerung muss sogar noch durchgehalten werden, wenn die Ökostrom-Preise (aufgrund der Nachfrage) dann deutlich höher sein würden als jetzt. Die Nachfragesteigerung muß nicht nur Schritt halten mit dem Bau neuer EE-Anlagen, sondern sie muss ihm ständig einen Schritt voraus sein. Nach drei Jahren real existierenden 'Ökostromhandels' können wir nun die Frage wagen, wie weit die Nachfragesteigerung wohl getrieben werden könnte. Für die folgende grobe Abschätzung lassen wir Export und Import von 'Ökostrom' weg. 70 Prozent des deutschen Stroms wird von Industriebetrieben etc. verbraucht, die ihren Stromlieferanten ausschließlich nach dem Preis wählen. Dort finden wir so gut wie keinen 'Ökostromkunden'. Die wenigen Betriebe, die aus Werbegründen 'Ökostrom' einsetzen, fallen kaum ins Gewicht. Die restlichen 30 Prozent des deutschen Stroms werden von Privatleuten verbraucht. Unter denen können wir nach 'Ökostromkunden' suchen. Wieviel Prozent der Privatleute kann man wohl dazu bringen, freiwillig mehr Geld für 'Ökostrom' zu bezahlen? Nehmen wir einmal optimistisch an, 10 Prozent der Privatleute könne man zum Kauf des wesentlich teureren 'Ökostroms' bewegen. Das sind dann 10 Prozent von 30 Prozent des Strombedarfs, also 3 % des deutschen Strombedarfs. (In Wirklichkeit werden es noch weniger sein, denn gerade die potentiellen 'Ökostromfreunde' sind auch Stromsparer, verbrauchen also weniger Strom als der Durchschnitt.) Höchstens drei Prozent des deutschen Strombedarfs könnten also nach intensivem Werbeaufwand von 'Ökostromkunden' nachgefragt werden. Eine weitere Steigerung dieser Nachfrage ist meiner Einschätzung nach überhaupt nicht zu erwarten. Bei drei Prozent EE-Strom im öffentlichen Netz hätte die Zugkraft des 'Ökostromhandels' bereits geendet. 'Ökostromhandel' als einziges Förderinstrument kann somit im günstigsten Fall einen Anteil von 3 % Strom aus erneuerbaren Energien erreichen; nur halb so viel, wie es bereits jetzt schon gibt.



     
      URL: http://www.sfv.de
    22.05.2001
    13 : 48


     
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