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Wenn sich der Knorpel abnutzt: Hypochlorsäure ist für den Abbau von Knorpelsubstanz verantwortlich - und damit für Rheuma. Leipziger Forscher um den Biophysiker Prof. Klaus Arnold gaben dieses Ergebnis bekannt.
Vier Millionen Deutsche leiden an Rheuma. Fast 52 Millionen Arbeitstage fallen rheumabedingt aus. Der volkswirtschaftliche Schaden wird auf mehr als 15 Milliarden Mark pro Jahr geschätzt. Für den Betroffenen bedeutet Rheuma unerträgliche Schmerzen und eine fortschreitende Einschränkung der Bewegungsfähigkeit. Die Medizin kann trotz aller Fortschritte bisher nur die Symptome der Krankheit mildern.
Der Verursacher Hypochlorsäure entsteht, wenn Wasser und Chlor zusammenkommen. Sie tötet Bakterien und andere Mikroorganismen ab, indem sie deren äußere Hülle zerstört. Diesen Umstand macht man sich in Schwimmbädern zunutze, wenn man Wasser chlort.
Wie kommt aber Hypochlorsäure in die Gelenke? Bei der biophysikalischen Untersuchung von Gelenkflüssigkeit rheumatischer Patienten fand die Arbeitsgruppe um Prof. Arnold unverhältnismäßig viele weiße Blutkörperchen eines bestimmten Typs, sogenannte neutrophile Granulozyten, denen man als Rheumaursache bisher kaum Beachtung schenkte, weil sie nur schwierig zu erfassen sind.
Neutrophile Granulozyten sind ein normaler Bestandteil des Blutes und fungieren hier als eine Art Gesundheitspolizei, die "fremde" Bakterien erkennt, sich an sie "anheftet" und abbaut. Das ist möglich durch die Beschaffenheit der Neutrophilen, zu deren wesentlichen Bestandteilen bakterienabtötende Enzyme gehören. Eines dieser Enzyme ist die sogenannte Myeloperoxidase (MPO), die als Katalysator die Produktion von Hypochlorsäure aus Wasserstoffperoxid und Chlorid-Ionen bewirkt. Aus bisher noch ungeklärter Ursache durchdringen die neutrophilen Granulozyten die BlutgefäßWände und gelangen so von der Blutbahn in die Gelenkflüssigkeit. Hier entfalten sie ihre Aktivitäten gegen den eigenen Körper, indem die durch die Myeloperoxidase gebildete Hypochlorsäure den Gelenkknorpel zerstört.
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