Fach-Artikel
 
  • Ökologisches Bauen im Einklang mit der Natur
    - Architekten lernen, wo Süden ist

  • Ökologischer Innenausbau - die inneren Werte Ihres Hauses

  • Welchen Vorteil bieten Naturfarben?

  • Blowerdoor - Ist Ihr Haus winddicht?
  •  

    Kontakt
      Datenschutz

    Impressum
     

    Werbung
      Wir bieten Ihnen eine ideale Werbeplattform im ökologischen Markt

    Werbung auf ÖKO-Adressen.de und Öko-News.de

    ÖKO-NEWS Branchenbuch mit Fachartikeln und Brancheneinträgen für Firmen.
     

    ÖKONEWS - Nachrichten und Pressemeldungen
    Ältere Nachricht  |   ÖKO-NEWS Startseite  |   Letzten Seite  |   Aktuellere Nachricht
    News an Bekannten mailen  |   Druckansicht aufrufen

    Test : Paprikapulver

     

    Scharfe Schoten Wenn sich im September die Felder rund um Kalocsa flammend rot färben, zieht es viele Touristen in die ungarische Stadt. Sie wollen dabei sein, wenn Ungarns Nationalgewürz geerntet wird: der Paprika. Aus dessen getrockneten und gemahlenen Schoten gewinnt man das aromatische, oft scharfe Paprika-Pulver. Damit würzt man nicht nur ungarische Speisen wie ein kräftiges Gulasch, sondern auch spanische und türkische Fleisch- und Reisgerichte. Außerdem passt das Universalgewürz zu allen Tomatengerichten, zu Wild, Geflügel und Hackfleisch, zu allen Kohlarten und zu Salat. Auch weiche Käse, Käsegebäck und Quark lassen sich damit verfeinern. »Paprika sollte jedoch nicht für helle Suppen, Soßen und Ragouts verwendet werden«, sagt Rolf Unsorg, Vizepräsident des Verbands der Köche Deutschlands. Nur Pfeffer wird noch in größeren Mengen in deutsche Töpfe gestreut, als Paprika. Die Deutschen würzen gern - und immer kräftiger: Von 1990 bis 1999 stieg der Gewürzverbrauch um 15 Prozent. Durchschnittlich stehen hier zu Lande 23 Gewürz- und Kräutersorten im Regal, wie eine Umfrage im Auftrag des Gewürzherstellers Ostmann ergab. Eine Prise Paprika tut nicht nur dem Aroma von Speisen gut, sondern auch der Gesundheit. So enthält das rote Pulver viel Vitamin C. »Diese Frucht ist reizend, erhitzend und fördert die Verdauung«, teilte der Botaniker und Dichter Adalbert von Chamisso im Jahre 1827 mit. Was Chamisso beschrieb, war die Wirkung des Paprika-Scharfstoffs Capsaicin. Der Mensch nimmt Capsaicin über Rezeptoren auf der Haut zunächst durch starkes Brennen und Wärme wahr. Dann entfaltet der Stoff eine schmerzhemmende Wirkung, weil die Nerven ihre Empfindlichkeit verlieren. Er wird daher in Wärmepflastern und Rheumasalben eingesetzt. Außerdem fördert Capsaicin Appetit sowie Darmtätigkeit und sorgt für eine gute Durchblutung. Mit Paprika tut man sich aber nicht unbedingt nur Gutes. Bei unserem letzten Test vor fünf Jahren werteten wir ein Drittel der Paprika-Pulver ab, weil sie Pestizide enthielten. Weitere Kritikpunkte waren Schwermetalle, Schimmelpilzgifte und starke Verkeimung. Wir wollten wissen, wie es jetzt um das beliebte Gewürz steht und haben 15 rosenscharfe Paprika-Pulver in verschiedene Labors geschickt. Die meisten Produkte stammen aus Supermärkten, zwei wurden in Bioläden gekauft, je eins auf dem Wochenmarkt und im Reformhaus. Das sind die Testergebnisse on den 15 getesteten Paprika-Pulvern können wir 13 empfehlen. Ein Produkt ist »nicht empfehlenswert«. In 13 Gewürzen wies das von uns beauftragte Labor Schimmelpilzgifte nach - erfreulicherweise nur in Spuren. Kein Produkt überschritt den EU-Grenzwert für Aflatoxine, der bei 4 Mikrogramm/ Kilogramm (µg/kg) liegt. Für das nierenschädigende Ochratoxin A gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert. Wir orientieren uns daher am Richtwert des Bundesinstituts für Veterinärmedizin und gesundheitlichen Verbraucherschutz, der für Ochratoxin A bei 3 µg/kg liegt. Er wurde von keinem Produkt erreicht. Frei von Schimmelpilzgiften waren nur das Bio-Produkt Lebensbaum Paprika scharf sowie der Ubena Paprika scharf. Weil sie das Pestizid DDT enthalten, bekommen der Paprika rosenscharf von Krone Gewürze und der Timbu Paprika rosenscharf ein Minus. Wir haben den im Labor gemessenen Wert auf das Frischgewicht umgerechnet, weil es nur für Frischware einen Grenzwert gibt. Zwar wird dieser Wert von 0,05 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) DDT von beiden Produkten unterschritten. Wir legen jedoch strengere Maßstäbe an als der Gesetzgeber und werten bereits bei einem Zehntel dieser Menge ab. DDT löste im Tierversuch Krebs aus und hat vermutlich eine hormonähnliche Wirkung. Wegen seines zu hohen Bleigehaltes werteten wir das Paprika-Pulver von Krone Gewürze ab. Mit 0,13 mg/kg des Nervengiftes Blei - umgerechnet auf das Frischgewicht - überschreitet das Gewürz den künftigen EU-Grenzwert von 0,1 mg/kg für Gemüse. Bei Cadmium erreichten die Werte nur ein Fünftel des geplanten EU-Grenzwertes von 0,05 mg/kg. Gewürze sind von Natur aus mit zahlreichen Bakterien und Schimmelpilzen behaftet. In einem Gramm Paprika-Pulver können mehrere Millionen Mikroorganismen hausen. Das ist unbedenklich, wenn es sich nicht um Krankheitserreger wie Salmonellen handelt. Wir mussten kein Produkt wegen seiner hygienischen Beschaffenheit beanstanden. Alle Paprika-Pulver lagen weit unter den mikrobiologischen Richt- und Warnwerten für Gewürze, die die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie veröffentlicht hat. Die Entkeimung von Gewürzen durch das Begasen mit Ethylenoxid ist EU-weit verboten. Sowohl Ethylenoxid als auch das daraus entstehende 2-Chlorethanol schädigen das Erbgut. Diese Substanzen waren in keinem Produkt nachweisbar. Auch eine radioaktive Bestrahlung von Gewürzen reduziert die Keimzahl. Dieses Verfahren ist in Deutschland seit Dezember 2000 für getrocknete aromatische Kräuter und Gewürze zugelassen. Bestrahlte Zutaten müssen gekennzeichnet werden, entweder mit »bestrahlt« oder durch den Zusatz »mit ionisierenden Strahlen behandelt«. Für das bestrahlte Paprika-Pulver von Krone Gewürze gab es drei Punkte Abzug. Es ist bislang unklar, welche Auswirkungen der Genuss bestrahlter Lebensmittel hat. Ausserdem war die Bestrahlung nicht deklariert. Was tun? Ob Paprika-Pulver mit Schadstoffen belastet ist, kann man nicht sehen. Da Gewürze immer viele Keime enthalten, sollten rohe Speisen erst kurz vor dem Verzehr gewürzt werden, damit sich Bakterien nicht vermehren können. Beim Kochen werden die Mikroorganismen in der Regel abgetötet. Paprikapulver darf nicht in siedendes Fett gegeben werden. Denn dabei karamellisiert der Zucker im Paprika - das Gewürz schmeckt dann bitter. Das Pulver nicht direkt aus dem Gefäß in dampfende Speisen streuen, da es dann Wasser aufnimmt und leichter verderben kann. Gewürze lagert man dunkel und trocken. Es empfiehlt sich, kleine Mengen zu kaufen, da das Aroma mit der Zeit verloren geht. Paprika-Qualitäten Von edelsüss bis rosenscharf Paprika-Pulver gibt es in verschiedenen Geschmacksstufen, die sich durch ihre Schärfe und Qualität unterscheiden. Das scharfe Capsaicin steckt nur in den Scheidewänden der Schoten und in den Samen. Je mehr dieser Bestandteile mit vermahlen werden, desto schärfer ist das Pulver. Die mildeste Variante ist Delikatess-Paprika. Er besteht aus den besten Früchten, würzt mild aromatisch und färbt Speisen hellrot. Am häufigsten verwenden die Deutschen Edelsüss-Paprika, der eine milde Schärfe hat und dunkelrot färbt. Halbsüss-Paprika zeichnet sich bereits durch eine deutliche Schärfe aus. Der schärfste Paprika, den man in Deutschland kaufen kann, ist der von uns getestete Rosen-Paprika. Er enthält viele Samen und Scheidewände und gilt daher als eher minderwertige Qualität. Mildere Sorten wie Edelsüss kann man löffelweise in den Topf streuen, beim scharfen Rosen-Paprika nimmt man besser die Messerspitze als Maß.



     
      URL: http://www.oekotest.de/
    30.05.2001
    11 : 02


     
    Ältere Nachricht  |   Zur Startseite  |   Zur letzten Seite  |   Aktuellere Nachricht
    News an Bekannten mailen  |   Druckansicht aufrufen
     
    Finden Sie passende Anbieter und Produkte zu diesem Thema im
    ökologischen Branchenbuch - ÖKO-Adressen.de
     

     



    Pressemitteilungen
      Veröffentlichen Sie Ihre Unternehmens-Mitteilungen regelmäßig über unser Portal!


     

    Schlagwort-Suche
     
    Geben Sie Ihr Suchwort ein, Sie bekommen dann alle relevanten News angezeigt!

     

    Datum-Suche
      Suchen Sie nach Nachrichten zu einem bestimmten Datum!


     

    RSS/XML-Feeder
      Veröffentlichen Sie die ÖKO-News auf Ihrer Homepage! Oder lesen Sie immer die neusten Nachrichten mit Ihrem Newsreader.

     

    Auszeichnungen
      "Ausgezeichnet" findet auch die Fachpresse unser Portal:




     

    ÖKO-Adressen.de
      Das ökologische Branchenbuch im Internet!

    ÖKO-Adressen.de - Umwelt - Alternativ - Branchenbuch

  • Zur Firmen-Suche


  • Eintrag-Infos anfordern

  •  

    Weiter lesen