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    Mit heiler Haut davonkommen »Geh weg da, sonst kriegst du das auch noch!« Wie oft müssen sich Kinder, die Neurodermitis haben, solche Bemerkungen anhören. Doch eines ist klar, auch wenn Ärzte noch über vieles im Zusammenhang mit der Krankheit rätseln: Ansteckend ist Neurodermitis nicht. Die Hautkrankheit ist eine heftige Abwehrreaktion des Immunsystems auf Stoffe aus der Umwelt: Pollen, Tierhaare, Nüsse, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben. Damit die Krankheit ausbricht, müssen wahrscheinlich mehrere Ursachen zusammenkommen. Es ist ein »Zusammenspiel einer erblichen Belastung mit Reizen aus der Umwelt«, erklärt Professor Johannes Ring, Direktor an der Klinik für Dermatologie und Allergologie der TU München. Mediziner bezeichnen die Neurodermitis als atopische Krankheit, weil die Überempfindlichkeit des Immunsystems vererbt ist. Nicht immer zeigt sich die Abwehrreaktion an der Haut. Es können auch die Schleimhäute betroffen sein. Dann leiden die Patienten an Heuschnupfen oder allergischem Asthma. Auch sie gehören zur Gruppe der atopischen Erkrankungen. Professor Ulrich Wahn, Direktor der Kinderklinik des Virchow-Klinikums in Berlin, betont: »Neurodermitis ist zunächst einmal eine typische Kinderkrankheit.« In 60 Prozent der Fälle tritt sie bereits im ersten Lebensjahr auf, bei 85 Prozent bis zum fünften. Insgesamt werden immer mehr Erkrankungen beobachtet. Neun von zehn neurodermitiskranken Kindern sind allerdings nach den Erfahrungen des Kinderarztes und Allergologen bei der Einschulung wieder beschwerdefrei. Typisch bei Neugeborenen sind juckende Hautveränderungen im Gesicht, häufig auf den Wangen und dem Kopf. Im Volksmund wird dies fälschlicherweise oft als Milchschorf bezeichnet. Bei jedem zweiten Kind heilt die Haut um das zweite Lebensjahr. Langzeituntersuchungen zeigen, dass sich bei 40 Prozent die Beschwerden bis ins Erwachsenenalter deutlich bessern oder sogar verschwinden. Bei den restlichen 60 Prozent bleiben die schubweisen Attacken mit quälendem Juckreiz, die die Betroffenen fast aus der Haut fahren lassen. Vererbt und allen Neurodermitikern gemeinsam ist vor allem eine extrem trockene Haut. Sie ist spröde, rissig und spannt. Eine wesentliche Ursache dafür ist der Mangel an körpereigenen Substanzen, die in der Oberhaut Wasser binden. Weil zudem auch noch der Fetthaushalt gestört ist, kann das wenige Wasser auch noch leichter verdunsten. Cremes und Lotionen können helfen, diesen Mangel auszugleichen und damit die Symptome der Neurodermitis zu lindern. Vernünftig kann eine Pflege allerdings nur dann sein, wenn die Kosmetik aus gut verträglichen Zutaten besteht. Wir haben deshalb 26 Cremes und Lotionen auf problematische Bestandteile untersuchen lassen. Laut Hersteller oder Interessensverbänden sind viele Produkte auch für Kinder geeignet, die an Neurodermitis erkrankt sind. Das sind die Testergebnisse Im Vergleich zu den üblichen Produkten enthalten die Cremes und Lotionen für Neurodermitiker etwas weniger häufig problematische Inhaltsstoffe. Mehr als ein Drittel ist »empfehlenswert«. Einzig die Remederm Creme Fluide enthält Formaldehyd oder Chemikalien, die es abspalten können. Diese Stoffe schützen die Kosmetik vor dem Verderb. Formaldehyd ist allerdings ein sehr reaktiver Stoff, lässt deshalb die Haut schneller altern und wirkt stark allergisierend. Zudem steht es im Verdacht, Krebs erzeugend zu sein. Bei der Auswahl der Emulgatoren - das sind Stoffe, die Fett und Wasser miteinander mischen - haben die Hersteller weit häufiger daneben gegriffen. Elf Produkte enthalten PEG oder deren Abkömmlinge. Diese Stoffe können im Huckepackverfahren Schadstoffe durch die Haut schleusen. Bei der Haut von Neurodermitikern, deren Schutzfunktion sowieso geschwächt ist, sollten solche Substanzen tabu sein. Mehr als die Hälfte aller Produkte enthält deutliche Mengen Paraffine, Silikone oder andere Erdölprodukte in der Fettphase. So ist Vaseline Paraffin in Reinform. In hohen Dosen liegt es wie ein Film auf der Haut, verschließt sie und beeinträchtigt die Hautatmung. Erdölprodukte sind billiger und einfacher zu verarbeiten als hochwertige Naturöle und -Wachse. In zwei Produkten finden sich halogenorganische Verbindungen. Das ist eine Gruppe von Stoffen, die Brom, Jod oder meistens Chlor enthalten. Viele gelten als Allergien auslösend oder Krebs erzeugend, fast alle reichern sich in der Umwelt an. Die Satina von Sanex Soft-Creme Plus enthält den Lichtschutz-Filter OMC. Er hat sich im Tierversuch als hormonell wirksam erwiesen. Zudem dringt er in den Körper ein und ist in der Muttermilch nachweisbar. Lediglich die Optolind E Creme von Hermes duftet mit Hilfe synthetischer Moschus-Verbindungen. Diese Stoffe sind sehr langlebig und reichern sich deshalb in der Umwelt und im Menschen an. Zumindest ein polyzyklischer Moschus-Duftstoff steht inzwischen im Verdacht, das Wachstum von Lebertumoren zu fördern. Was tun? Für Neurodermitiker ist eine reizarme Pflege besonders wichtig. Grundsätzlich gilt: Je weniger Inhaltsstoffe, desto geringer ist das Risiko einer Unverträglichkeit. Auch von uns empfohlene Produkte sollte man vor einer großflächigen Anwendung in der Armbeuge auf Verträglichkeit testen. Neben chemisch-synthetischen Zusätzen können auch natürliche Stoffe allergische Reaktionen auslösen. Nach Angaben der Zeitschrift des Deutschen Neurodermitiker-Bundes reagieren zum Beispiel auf Propolis, den Kittharz der Bienen, zehn Prozent aller Benutzer allergisch. Produkte, die nicht in der Tabelle auftauchen, können Sie anhand der Inhaltsstoffangabe und folgender Liste grob selbst beurteilen: Formaldehydabspalter: Imidazolidinyl-Harnstoff, Imidazolidinyl-Urea, Bronopol, 2-Bromo-2-Nitroprone-1,3-Diol, Bronidox, 5-Bromo-5-Nitro-1,3-Dioxane, Diazolidinyl-Harnstoff, Diazolidinyl-Urea und DMDM Hydantoin. PEG/PEG-Derivate: Namen, die »PEG« enthalten, oder die Buchstaben »eth« in Verbindung mit einer Zahl enthalten, zum Beispiel Ceteareth-33. Sie heißen auch Polyglykol, Polysorbate oder Copolyol. Halogenorganische Verbindungen sind an den Wortbestandteilen »Bromo«, »Jodo« oder »Chloro« zu erkennen. Paraffine/Erdölprodukte/ Silikone: Werden als Paraffin, Microcrystalline Wax, Petrolatum, Mineral Oil, Ceresin oder Dimethicone bezeich-net. Im Tierversuch hormonell wirksame Lichtschutz-Filter sind Oxybenzon, Benzophenone-3, Homosalate, Homomenthylsalicylate, Octyl-Methoxycinnamate (OMC), Ethyl-Hexyl-Methoxycinnamate, Octyl-dimethyl-Para-Amino-Benzoic-Acid (OD-PABA), Ethyl-Hexil-dimethyl PABA, Methyl-Benyliden-camhpohr (MBC), Ben-zyliden-norbornanon. Kinder, die erblich vorbelastet sind, sollten mindestens sechs Monate voll gestillt werden. Mit Eiweißprodukten im ersten Jahr müssen die Eltern vorsichtig sein. Falls Sie gelegentlich juckende Hautausschläge haben und wissen wollen, ob Sie Neurodermitiker sind, können Sie selbst einen Hauttest machen: Wenn man mit einem spitzen Stift fest über die Haut fährt, wird die Stelle bei einem Gesunden rot, bei Neurodermitis-Patienten wird sie weiß. Neurodermitiker bekommen Rat unter anderem bei folgenden Verbänden oder Selbsthilfegruppen: Deutscher Allergie- und Asthmabund, Hindenburgstr. 110, 41061 Mönchengladbach; Arbeitsgemeinschaft allergiekrankes Kind, Nassauerstr. 32, 35745 Herborn; Deutsche Haut- und Allergiehilfe, Gotenstraße 164, 53175 Bonn; Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland, Oberstr. 171, 56154 Boppard; Deutscher Neurodermitiker Bund, Spaldingstr. 210, 20097 Hamburg.



     
      URL: http://www.oekotest.de/
    30.07.2001
    12 : 14


     
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