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Rechercheure aus dem Greenpeace Büro in Zürich sind in den letzten Wochen einem Gentech-Skandal auf die Schliche gekommen. Die Umweltschützer fanden heraus, dass die Schweizer Einzelhandelskette Migros bei ihrer angeblich artgerechten Hühnerzucht genmanipuliertes Futter einsetzt. Am Montag machte Greenpeace die Zusammenhänge lautstark publik. Zwanzig Aktivisten verwandelten den Migros-Stammsitz am Züricher Limmatplatz am Montagmorgen in einen Hühnerstall. Die als Hennen und Hähne kostümierten Greenpeacer verteilten in dem hauseigenen Restaurant Flugblätter und forderten von der Migros-Konzernleitung ein klares Bekenntnis zu gentechfreien Produkten. Vor den Eingang des Lebensmittelmultis kippten die Umweltschüzter eine Ladung genmanipuliertes Tierfutter. Greenpeace liegen Lieferscheine und Laborproben vor, die eindeutig nachweisen, dass in den Migros-Hühnerfarmen genmaniulierter Mais verfüttert wird - und das nicht aus Versehen, sondern mit System: Die Migros-Tochter Optigal, Betreiberin der Hühnerfarmen, bezieht die manipulierte Ware vom Futtermittelhersteller Provimi, an den sie vertraglich gebunden ist. Provimi wiederum war im letzten Jahr einer der Hauptabnehmer von genmanipulierter Soja und Mais aus den USA. Greenpeace Gentechnik-Experte Bruno Heinzer: "So zieht sich eine lückenlose Gentechspur von den amerikanischen Getreidefeldern über Provimi zu den Optigal-Farmen und den Migros-Supermärkten bis auf den Teller der Konsumenten." Besonders bedenklich ist nach Ansicht von Greenpeace zudem, dass die Optigal-Hühner mit dem "M-Sano-Label" gekennzeichnet sind, das für artgerechte Fütterung steht. Dass es auch anders geht, beweist der Migros-Konkurrent Coop. Die Einzelhandelskette hat in den letzten Wochen ein Warenflusskontrollsystem eingeführt, um die Gentechfreiheit seiner Produkte zu garantieren. Bruno Heinzer: "Die Bevölkerung will natürliche und gesunde Lebensmittel ohne Genmanipulation, auch nicht über den Futtertrog der Tiere. Wir fordern die Migros auf, in der gesamten Eigenproduktion auf Gentech-Produkte zu verzichten."
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