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    Feuchtgebiete schützen für sauberes Trinkwasser - WWF betreut 75 000 Hektar Feuchtgebiete in Deutschland / Heimat für Seeadler und Kranich

     

    Anlässlich des internationalen Tages der Feuchtgebiete am 2. Februar verweist die Umweltstiftung WWF-Deutschland auf die Bedrohung von Seen, Flüssen und Mooren in Deutschland. Um die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten, betreut der WWF mehr als 75.000 Hektar Feuchgebiete. Diese Aktivitäten kommen auch dem Menschen zugute: Feuchtgebiete filtern das versickernde Wasser und verbessern dadurch die Qualität des Trinkwassers. "Obwohl man erkannt hat, dass Feuchtgebiete unersetzlich sind, müssen wir auch heute noch eine starke Gefährdung feststellen", erläuterte Thomas Neumann, Leiter des Fachbereichs Binnenländische Feuchtgebiete bei WWF. So ging die Fläche der Flussauen durch Besiedlung und Flussausbau dramatisch zurück. Moore und feuchte Wiesen wurden großflächig trockengelegt. "Tiere wie der selten gewordene Fischotter, aber auch der Seeadler oder der Kranich verlieren dabei ihre Lebensräume", betonte Neumann. Um den Verlust der Feuchtgebiete und ihrer Artenvielfalt zu bremsen, engagiert sich der WWF auf mehr als 75000 Hektar Fläche in Deutschland. Dort werden Grundstücke gekauft, Tier- und Pflanzenbestände erfasst, Pflegepläne erstellt und Behörden unterstützt. Durch fachliche Beratung und Lobbyarbeit beeinflusst der WWF darüberhinaus die Entwicklung in vielen Naturschutzgebieten und Biosphärenreservaten sowie in kompletten Flusslandschaften. So hat der WWF in den Projektgebieten Schaalsee und Uckermärkische Seen bereits große Flächen gekauft. Einige stark beeinträchtigte Gebiete werden sogar renaturiert und so als Lebensräume für Tiere und Pflanzen wiedererschlossen. Auch an der Elbe erarbeitet der WWF einen zusammenhängenden Verbund von Schutzgebieten, die beispielsweise wandernden Tieren wie Vögeln oder Fischen ein Überleben gewährleisten. Weitere Projekträume sind die Flüsse Rhein, Donau, Oder und Neiße. Feuchtgebiete sind jedoch nicht nur die Heimat vieler seltener Tiere und Pflanzen, sie haben auch eine unerlässliche Funktion bei der Sauberhaltung von Wasser. Regen beispielsweise versickert langsam im Boden und wird dabei gefiltert. Diese "biologische Niere" gewährleistet ein gute Qualität unseres Trinkwassers, das oft aus Grundwasser gewonnen wird. "Entwässerte Feuchtwiesen werden heute allerdings häufig mit Gülle zugedeckt", kritisierte Neumann und verdeutlichte: "Ohne intakte Feuchtgebiete wäre die Qualität unseres Trinkwassers jedoch deutlich schlechter." Der internationale Tag der Feuchtgebiete wird jährlich vom Ramsar-Sekretariat ausgerufen. Die Ramsar-Vereinbarung von 1971 schützt Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung. Derzeit sind dies 1011 Gebiete in 117 Ländern, 32 davon in Deutschland.



     
      URL: http://www.wwf.de
    03.02.2000
    14 : 58


     
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