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(aid) - In verschiedenen Öko-Lebensmitteln konnten Rückstände des
Pflanzenschutzmittels Nitrofen nachgewiesen werden. In Tierversuchen erwies
sich der Wirkstoff als krebserregend und löste Missbildungen bei Embryonen
aus. Zu den betroffenen Produkten zählen Puten- und Hähnchenfleisch sowie
Wurstwaren und Eier von biologisch produzierenden Betrieben. Das Nitrofen
stammt aus verunreinigtem Weizen, der zu Mischfutter verarbeitet bundesweit
an landwirtschaftliche Betriebe weitergegeben wurde.
In der Europäischen Union ist die Anwendung von Nitrofen als
Unkrautbekämpfungsmittel seit 1988 verboten. Aufgrund des langjährigen
Verbots gehört ein Nitrofen-Test in den meisten Lebensmittellabors nicht zur
Standarduntersuchung. Die Rückstände wurden bekannt, als ein
niedersächsischer Bio-Betrieb sein Putenfleisch auf den Wirkstoff
untersuchen ließ. Die Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF) in Kulmbach
bestätigte dieses Ergebnis. Auch in den Labors des Babykostherstellers Hipp
fanden sich Spuren von Nitrofen im angelieferten Geflügelfleisch. Nach
Angaben der Firma wurde der Erzeuger direkt benachrichtigt und die Ware
zurück gesandt.
Die BAFF hat im betroffenen Putenfleisch Werte zwischen 0,08 und 0,4
Milligramm Nitrofen pro Kilogramm nachgewiesen. Die
Rückstandshöchstmengenverordnung schreibt für diesen Stoff einen Grenzwert
von 0,01 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel vor. Trotz der Überschreitung
dieses Wertes geht Dr. Irene Lukassowitz, Pressesprecherin des
Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin
(BgVV) in Berlin, "von einem sehr geringen Risiko für den Verbraucher aus.
Jedoch besteht insbesondere für Kleinkinder und Schwangere ein gewisses
Restrisiko", so die Expertin.
Im Gegensatz zu Fleisch ist Kuhmilch nach Angaben von Professor Paul Teufel
von der Bundesanstalt für Milchforschung nicht mit dem Wirkstoff
verunreinigt. Auch Abbauprodukte des Gifts gingen in Tierversuchen nicht in
die Milch über.
Alle betroffenen Bio-Höfe werden zurzeit überprüft und dürfen keine
tierischen Erzeugnisse, Getreide- oder Futterpartien in Umlauf bringen.
aid, Jürgen Beckhoff
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