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    Bundesumweltminister Juergen Trittin startet Aktion Klimaschutz der Deutschen Energie-Agentur

     

    Anlaesslich der Pressekonferenz zum Auftakt der Aktion Klimaschutz der Deutschen Energie-Agentur erklaerte Bundesumweltminister Juergen Trittin: "Viele Menschen in Deutschland fragen sich in diesen Tagen, neben der Sorge um die Menschen in den vom Hochwasser betroffenen Regionen, ob die aktuelle Unwetterserie und das nachfolgende Hochwasser hausgemacht sind, d.h. von uns Menschen selbst verursacht wurden. Die Meteorologen und Klimaforscher sind uneins. Eine Mitverantwortung aber an der rasant zunehmenden Erderwaermung, 0,6 Grad seit Mitte des 19. Jahrhunderts und dem Ansteigen des Meeresspiegels um 20 Zentimeter im gleichen Zeitraum, ist nicht mehr zu leugnen. Dies sind die Versaeumnisse der Vergangenheit, die die heutigen Generationen im wahrsten Sinne des Wortes ausbaden muessen. Neue Versaeumnisse duerfen wir aber nicht aufhaeufen. Deshalb ist vorsorgender Klimaschutz wichtiger denn je. Und ich hoffe, dass mit dem naechsten Hoch und den hoffentlich bald zurueckgehenden Fluten das Bewusstsein fuer Massnahmen zum Klimaschutz nicht mit zurueckgehen wird. Die Aktion Klimaschutz, die wir heute starten, soll Teil diese! r Vorsorge sein und die Aufmerksamkeit fuer dieses Thema wach halten. Die Bundesregierung hat auch beim Klimaschutz Vorsorge zum Prinzip erhoben. Deshalb hat sie im Herbst 2000 ein anspruchsvolles Klimaschutzprogramm beschlossen, das zuegig umgesetzt wird. Dieses Programm ist ein klarer Fahrplan, wie die hochgesteckten nationalen und internationalen Ziele erreicht werden koennen. Hunderte von konkreten Massnahmen sind hier gebuendelt, die - kurz gefasst - darauf hinaus laufen, Energie zu sparen, sie effektiver einzusetzen und zugleich die erneuerbaren Energien staerker zu foerdern. Erstmals wurden sektorale Ziele fuer die Bereiche Industrie, Energieversorgung, private Haushalte und Verkehr festgelegt. Weit ueber 80 Prozent unseres Reduktionsziels bis 2008 -- 2012, das sich aus dem Kyoto-Protokoll ergibt, haben wir erreicht. Nur noch 2 Prozentpunkte trennen uns von der Erfuellung dieser Verpflichtung. Und das, obwohl wir bei weitem den groessten Brocken im Rahmen der EU-Lastenteilung uebernommen haben: minus 21 Prozent der Treibhausgase im Verg! leich zu 1990. Im Durchschnitt muss Europa seine Emissionen um insgesamt 8 Prozent zurueckfuehren. Selbst in Bereichen, die lange Jahre die Sorgenkinder des Klimaschutzes waren, haben wir in Deutschland eine Trendwende erreicht: So sinken die verkehrsbedingten CO2-Emissionen seit 1999 um jaehrlich zwei Prozent, bei den privaten Haushalten liegen sie um 11,5 Prozent niedriger als 1990. Damit nimmt Deutschland seine Verantwortung fuer den weltweiten Klimaschutz wahr. Kein anderer Industriestaat kann mit einer solchen Erfolgsbilanz aufwarten. Doch wir wollen uns keineswegs auf unseren Lorbeeren ausruhen. Die Hochwasserereignisse der letzten Tage unterstreichen einmal mehr die Notwendigkeit zu handeln. Die Bundesregierung hat in den vergangenen vier Jahren ihr Versprechen wahr gemacht, die Energiewende eingeleitet und damit zugleich die Weichen im Klimaschutz neu gestellt: Allen voran moechte ich die oekologische Steuerreform nennen, ohne die ganz sicher die Reduktion im Verkehrssektor nicht zustande gekommen waere. Das Grundprinzip, Ressourcenverbrauch zu besteuern und Arbeit billiger zu machen, hat sich ausgezahlt und sollte eine Fortentwicklung erfahren. Darueber hinaus haben die erneuerbaren Energien -- allen voran die Windenergie -- eine, im wahrsten Sinne des Wortes, stuermische Entwicklung genommen. Die Grundlage dafuer haben wir mit dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz gelegt. Gerade in der vergangenen Woche haben wir unseren Anspruch, Windkraftweltmeister zu sein, mit einer neuen Rekordmarke untermauert: Im Windpark Bimolten an der deutsch-hollaendischen Grenze ging eine Windkraftanlage in Betrieb, mit der nunmehr insgesamt ueber 10 000 Megawatt Windkraftleistung in De! utschland am Netz sind. Die damit produzierte Strommenge reicht aus, um eine Stadt wie Berlin rund um die Uhr zu versorgen. 120 000 Arbeitsplaetze sind im Bereich erneuerbarer Energien geschaffen worden -- vor allem in mittelstaendischen Unternehmen. Wer, wie Stoiber, Merkel und Westerwelle, diesen Boom abwuergen will, gefaehrdet nicht nur den Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung, er gefaehrdet auch Massiv Arbeitplaetze in einer der wenigen Wachstumsbranchen in Deutschland. Die Bundesregierung ist jedenfalls festen Willens, den eingeschlagenen Weg einer klimafreundlichen, nachhaltigen Energieversorgung konsequent weiterzugehen. Dazu gehoert beispielsweise der Aufbau der Windkraftnutzung auf See, der mit der Ausweisung bestimmter Vorranggebiete in Nord- und Ostsee bereits begonnen hat. Bis 2025 wollen wir mindestens ein Fuenftel, moeglicherweise sogar ein Viertel des in Deutschland benoetigten Stroms aus Windkraft gewinnen. Auch wenn dieses Szenario noch wie Zukunftsmusik klingt: Durch diese und weitere Massnahmen, die die Bundesregierung beschlossen hat, darunter die Foerderung der umweltfreundlichen Kraft-Waerme-Kopplung, die Energieeinsparverordnung und die Steuerbefreiung fuer hocheffiziente Gas- und Dampfkraftwerke werden die Treibhausgase weiter reduziert. 1 Milliarde Euro werden bis 2005 aus dem Bundeshaushalt fuer das CO2-Gebaeude-Sanierungsprogramm der Kreditanstalt fuer Wiederaufbau bereitgestellt. Stichwort Waermedaemmung. Im Verkehrsbereich haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass in Sachen Klimaschutz die eingeleitete Trendwende weiter verstaerkt wird: Die LKW-Maut ab 2003, die Bahnstrukturreform sowie die Foerderung von Infrastrukturmassnahmen fuer die Deutsche Bahn mit 5 Milliarden Euro bis 2005, sollen eine Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene bewirken. Herr Rausch wird im Anschluss dazu Naeheres ausfuehren. Aber Klimaschutz ist nicht allein Sache der Politik oder der Wirtschaft. Klimaschutz lebt vom Mitmachen jedes einzelnen und lohnt sich, obwohl der Klimaeffekt nicht sofort sichtbar wird. Das ist der Ansatz der vom Bundesumweltministerium initiierten und in diesem Jahr mit rund 2,5 Millionen Euro gefoerderten Aktion Klimaschutz der Deutschen Energie-Agentur. Wir haben zwar die Trendwende beim Klimaschutz in privaten Haushalten erreicht, aber die Potenziale sind bei weitem nicht ausgeschoepft. Ich moechte das an nur einem Beispiel erlaeutern: Wuerden wir alle auf unsere bequemen, aber energiefressenden Standby-Schaltungen verzichten, koennten zwei Grosskraftwerke abgeschaltet oder umgerechnet 14 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Jeder deutsche Haushalt haette zudem im Durchschnitt 75 Euro pro Jahr mehr zur Verfuegung. Fast der gleiche Effekt liesse sich erzielen, wenn die Hersteller die technischen Moeglichkeiten ausschoepfen wuerden, um den Energieverbrauch fue! r Standby drastisch zu reduzieren. Noch besser waere, jeder wuerde sich nur noch energiesparende Geraete zulegen. Da zeigt sich im uebrigen, wie Klimaschutz sich ganz konkret auszahlt: Er schont auch den Geldbeutel. Und das ist nur ein Tipp von vielen, den die dena im Rahmen ihrer Aktion parat hat. Der Deutschen Energie-Agentur und ihrem Partner, der Deutschen Bahn AG, wuensche ich bei der Aktion viel Erfolg und bald weitere Partner.



     
      URL: http://www.bmu.de
    18.08.2002
    08 : 11


     
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