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    Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES): Kampf für die „Mauerblümchen“

     

    WWF fordert Schutz für kaum bekannte und stark bedrohte Tier- und Pflanzenarten Zwei Tage nach Beginn der Verhandlungen zum Washingtoner Arten-schutzübereinkommen CITES in Santiago de Chile scheint sich ein bekanntes Bild abzuzeichnen: Wie bereits bei den vorherigen Konferenzen richtet sich die Aufmerksamkeit der Delegierten aus 160 Ländern vor allem auf den Schutz charismatischer Tiere wie Elefanten und Wale. Zwar setzt sich der WWF auch für Fortschritte beim Schutz von Elefanten und Walen ein, doch dürfen nach Ansicht der Umweltschützer die vielen anderen bedrohten Tier- und Pflanzenarten, die dringend auf die Tagesordnung der zweiwöchigen Konferenz gehören, nicht ins Abseits gedrängt werden. „Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen umfasst mehr als 30.000 Tier- und Pflanzenarten. In Santiago wird über den Schutz von 60 verschiedenen Artengruppen verhandelt, deren Überleben direkt vom Ausgang dieser Konferenz abhängt. Da kann es nicht sein, dass sich jeder nur um Elefanten und Wale Gedanken macht“, wettert Volker Homes, WWF-Beobachter in Santiago. „Nur weil manche Tiere und Pflanzen nicht so groß, nicht so bekannt oder von der Erscheinung her nicht so attraktiv sind, dürfen wir sie nicht vernachlässigen“, appelliert der Artenschützer an die Delegierten. Der WWF möchte den Blick auf die weniger spektakulären Arten lenken, die oft viel stärker bedroht sind als die großen grauen Riesen zu Wasser und zu Land. Dazu zählen vor allem verschiedene Baum- und Fischarten wie der Großblättrige Mahagoni, der Schwarze Seehecht und die Seepferdchen. „Seepferdchen, Mahagoni und Schwarzer Seehecht müssen von der Hinterbank der Konferenz in die erste Reihe vorrücken“, fordert Homes. Holz und Fisch machen weltweit den größten Teil der wirtschaftlich wertvollen Naturressourcen aus. Viele davon sind in Deutschland gar nicht bekannt, erscheinen unter einem anderen Namen oder sind als verarbeitetes Produkt nicht wiederzuerkennen. Sterben diese Arten aus, so geht mit ihnen nicht nur ein Teil der Natur verloren, sondern der Mensch entzieht sich selbst seine Nahrungs- und Lebensgrundlagen. Beispiel Schwarzer Seehecht: 50 Prozent stammen aus Raubfischerei. Beim Mahagoni sind sogar etwa 80 Prozent des Holzeinschlags in Brasilien illegal. Der WWF fordert daher, dass die Konferenz ihre Möglichkeiten nutzt und dem Raubbau an den natürlichen Lebensgrundlagen und damit der Ausbeutung vieler Tier- und Pflanzenarten einen Riegel vorschiebt.



     
      URL: http://www.wwf.de
    06.11.2002
    11 : 39


     
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