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    WWF-Studie zeigt Auswirkungen der hohen Schadstoffbelastung auf die Meeresumwelt und Anforderungen an eine neue EU-Chemikalienpolitik. Trotz verschiedener Abkommen zum Schutz der Meere gelangen immer noch viel zu viele Schadstoffe ins Wattenmeer. Es handelt sich um Zusätze in Kunststoffen, Waschmitteln und Kosmetika sowie einige Pestizide und Biozide. Neben der hohen Konzentration der Schadstoffe sind langlebige, schwer abbaubare und hormonell wirksame Chemikalien besonders gefährlich. Sie können bei den Bewohnern des Wattenmeeres langfristig gravierende Schäden wie Immunschwäche, Fruchtbarkeitsstörungen oder Krebs verursachen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF heute vorgestellt hat. Das jüngste Beispiel, zu dem die Schadstoffbelastung einen entscheidenden Beitrag geleistet hat, war das Seehundsterben im vergangenen Jahr, dem 10.000 Tiere, fast die Hälfte des Bestandes im Wattenmeer, zum Opfer fielen. „Seehunde gleichen einer schwimmenden Schadstoffdeponie. Sie stehen im Nahrungsnetz des Wattenmeeres an oberster Stelle und fressen Fische, die bereits hoch belastet sind. Diese Substanzen reichern sich im Fettgewebe der Seehunde an und schwächen ihr Immunsystem, so dass sie anfälliger für Krankheiten sind“, sagte Patricia Cameron vom WWF. Der WWF fordert die Bundesregierung auf, sich im Zuge der geplanten Reform der europäischen Chemikalienpolitik für effektive Maßnahmen einzusetzen, um den Schadstoffeintrag ins Wattenmeer so schnell wie möglich zu beenden. 12.000 Chemikalien befinden sich auf dem europäischen Markt, ohne dass sie vorher auf mögliche Risiken für Mensch und Umwelt hin geprüft wurden. Viele haben sich im Nachhinein als giftig herausgestellt und die Schadwirkungen durch verschiedene Stoffe können sich noch addieren. „Die enorme Belastung durch eine Vielzahl von Chemikalien verlangt ein schnelles Handeln der Entscheidungsträger“, forderte Cameron. Deshalb muss im Rahmen der Reform der EU-Chemikalienpolitik folgendes beschlossen werden: - Beendung des Eintrags gefährlicher Stoffe in die Umwelt ab 2020 (Generationsziel). - Alle auf dem EU-Markt befindlichen Chemikalien müssen registriert und bewertet werden, Stoffe mit gefährlichen Eigenschaften gegebenenfalls verboten werden. - Langlebige, sich anreichernde, giftige und/oder hormonell wirksame Chemikalien müssen einem Zulassungsverfahren unterzogen werden und dürfen nur unter bestimmten Bedingungen, für begrenzte Zeiträume und Anwendungen erlaubt werden. - Pestizide und Biozide mit diesen Eigenschaften müssen verboten werden und eine generelle Pestizidreduktion muss stattfinden. Die folgenden Beispiele sollen stellvertretend für viele andere Chemikalien aufzeigen, wie bestimmte Eigenschaften von Stoffen zu Problemen im Wattenmeer führen können, wenn sie in kritischen Mengen dorthin gelangen. Viele Meerestiere sind mit langlebigen, schwer abbaubaren Schadstoffen belastet. Das Beispiel PCBs (Polychlorierte Bisphenyle) zeigt, welche langfristige Folgen die Freisetzung von langlebigen und schwer abbaubaren Chemikalien für das Wattenmeer haben kann. So zeigen Eier von Silbermöwen trotz langjährigem Verbot von PCB eine annähernd gleich hohe Belastung von 670 µg/kg Frischgewicht, während die Werte in der Lebern von Aalen (182µg/kg) sogar noch zunahmen. Die in Muscheln gemessenen Werte (bis zu 154 µg/kg Trockengewicht) liegen immer noch oberhalb der Richtwerte, ab denen Schäden auftreten können. Die hormonelle Wirksamkeit von PCBs wurde erst ein halbes Jahrhundert nach ihrem ersten Einsatz entdeckt, ohne dass es eine Möglichkeit gegeben hätte, diese gefährlichen Stoffe aus der Umwelt zu entfernen. Ein ähnliches Problem verursachen bromierte Flammschutzmittel, die noch nicht verboten sind, aber auch in die Nahrungskette gelangen können. In Meeressäugern in der Nordsee wurden bis zu 320 µg/kg Fett Deca-Bromdiphenylether gefunden, in Schweinswalen und Fischen bis zu 500 µg/kg Tetrabrombisphenol A. Einige bromierte Flammschutzmittel schädigen die Fortpflanzung, andere führen zur Verweiblichung männlicher Tiere und verursachen Krebs. 10.000 Tonnen Phthalate gelangen jährlich in die Umwelt und verbreiten sich in der Meeresumwelt. Im Sediment der Emsmündung wurden Konzentrationen von bis zu 600µg/kg DEHP Trockengewicht gemessen, Flundern der Nordsee sind mit 2.150 µg/kg Frischgewicht belastet. Auch Alkylphenolverbindungen sind langlebig, hormonell wirksam und reichern sich in Organismen an. Obwohl sie seit 1992 in Wasch- und Reinigungsmitteln nicht mehr eingesetzt werden, werden sie immer noch in hohen Konzentrationen in Muscheln des Wattenmeeres gemessen. Nonylphenol kann zu einer Beeinträchtigung der Byssusfädenproduktion und dadurch zu einem Niedergang der Miesmuschelbänke führen. Erste hormonelle Effekte bei Meeresschnecken zeigen sich bereits bei 1µg/l. Auch die in Kosmetika eingesetzten Moschusverbindungen belasten Muscheln und Krabben mit Werten bis zu 370 µg/kg Fett. Das Beispiel der Organozinnverbindungen wie TBT (Tributylzinn) zeigt, wie lange es in dem bisherigen politischen System vom ersten Feststellen eingetretener Schäden bis hin zu einem endgültigen Verbot dauern kann. TBT kann bereits in Mengen von 0,5 µg/kg Trockengewicht im Sediment schwerwiegende Schäden bei Schnecken verursachen. In der Wesermündung betrug die Konzentration im Sediment 1997 124 µg/kg. Zwar ist ein weltweites Verbot von TBT von der Internationalen Schifffahrtsorganisation ab 2003 beschlossen worden, doch das Verbot tritt erst in Kraft, wenn 25 Mitgliedstaaten mit 25 % der Welttonnage das Verbot ratifizieren, was noch mehrere Jahre dauern kann. Auch die Gewässerbelastung durch giftige Pestizide wie Atrazin ist immer noch sehr hoch, obwohl es in der deutschen Landwirtschaft seit 1991 verboten ist. Die Anwendungsbeschränkungen für Diuron haben auch zu keiner wesentlichen Reduzierung der Gewässerbelastung geführt. Beide sind hochgiftig für Algen und können so den Meeresorganismen die Nahrungsgrundlage entziehen. Der Schwellenwert zum Schutz von Meerestieren liegt bei 50 ng/l. Diuron ist in der Deutschen Bucht mit Werten von 12-160 ng/l gemessen worden. Atrazin und vermutlich auch Diuron sind hormonell wirksam.



     
      URL: http://www.wwf.de
    30.01.2003
    13 : 00


     
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