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    Die Machenschaften der Holzmafia

     

    Sie werden 'Holzmafia' genannt - skrupellose Geschäftsmänner oder Familienclans, die ihren Reichtum auf gnadenlosen Kahlschlag und totale Vernichtung im Urwald gründen. Die korrupten und zerstörerischen Praktiken des malaysischen Holzkonzerns Rimbunan Hijau (RH) hat Greenpeace jetzt einmal genau unter die Lupe genommen - und am Dienstag in einem umfassenden Bericht veröffentlicht. Rimbunan Hijau (RH) ist einer der weltgrößten Urwaldzerstörer - ein Imperium aus hunderten Firmen, verteilt über drei Kontinente. Der Holzkonzern dominiert die Holzwirtschaft in Papa-Neuguinea und Malaysia, ist aber global engagiert, von Gabun über Äquatorialguinea, Indonesien und Neuseeland bis Russland. Zahlreiche Aktivitäten des internationalen Firmenkonglomerats werden von Menschenrechtsverletzungen, Sozialkonflikten, Korruption und Umweltzerstörung begleitet. Damit bringt es RH auf einen geschätzten Jahresumsatz von einer Milliarde US-Dollar. Nach Schätzungen der indonesischen Regierung laufen 90 Prozent der Holzproduktion im Lande ohne gesetzliche Basis ab - das entspricht etwa 50 Millionen Kubikmeter Holz pro Jahr. Und Rimbunan Hijau ist darin verwickelt. "In Papa Neuguinea schlägt Rimbunan Hijau ohne die Zustimmung der meist indigenen Landbesitzer ein", sagt Greenpeace-Waldexperte Stephen Campbell vor Ort in Indonesien. "Dabei beruft man sich auf Abholzungskonzessionen, die nicht den Bestimmungen der nationalen Waldgesetzgebung entsprechen und den Umweltgesetzen widersprechen." Auch vor Korruption und Verletzungen der Rechte der einheimischen Bevölkerung schreckt RH nicht zurück. Menschen werden unter der Androhung von Tod oder Gefängnis gezwungen, Verträge zu unterzeichnen. RH lässt sich dabei von bewaffneten Polizisten unterstützen, Folter und Vergewaltigung sind an der Tagesordnung. "Rainbow Warrior" in Indonesien Um die Auswirkungen solch illegaler Geschäftspraktiken zu dokumentieren und den Weg des Holzes aufzudecken, befindet sich das Greenpeace-Flaggschiff "Rainbow Warrior" derzeit in den Gewässern Südostasiens. Das Schiff wird dabei auch die UN-Konferenz zum Schutz der Urwälder und Meere im Rahmen der Konvention über Biodiversität (CBD) besuchen. Sie beginnt in der nächsten Woche im malaysischen Kuala Lumpur. Im Vorfeld des UN-Gipfels, der im Heimatland von Rimbunan Hijau tagen wird, weist Greenpeace auf die dramatische Situation der weltweit letzten Urwälder und der Meere hin. Zugleich zeigt Greenpeace den Weg auf, wie eine deutliche Verbesserung der Situation erreicht werden kann. Die Regierungen müssen sich verstärkt dafür einsetzen, das Leben in all seiner Vielfalt zu schützen, indem sie Geld für den Schutz der Urwälder und der Meere zur Verfügung stellen. Groß angelegte industrielle Aktivitäten müssen in allen sensiblen Gebieten verboten werden. Greenpeace fordert ein Netzwerk von Schutzgebieten im Meer und an Land, das durch effektive Strafverfolgung geschützt wird. "Als Veranstalter des Umweltgipfels muss die malaysische Regierung mit gutem Beispiel vorangehen und gewährleisten, dass Firmen für zerstörerische Praktiken haftbar gemacht werden", so Campbell. "Die Zerstörung von Leben auf der Erde passiert in einem noch nie da gewesenen Ausmaß. Die Regierungen müssen dieses ökologische Desaster stoppen, bevor es zu spät ist."



     
      URL: http://www.greenpeace.de
    04.02.2004
    12 : 23


     
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