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Hypnose im Gehirn und im Zwielicht
Wissenschaft und Show-Effekt
Hintergrund
Unser Schwerpunkt: "Das Unterbewusste wecken"
Das Gehirn ist während einer Hypnose überaus aktiv, belegt die Forschung von Prof. Ulrike Halsband. Unter Hypnose wird die Aufmerksamkeit nach innen gelenkt, was zu einer intensiveren Vorstellung und Beschreibung innerer Bilder führt. Auffallend ist die erhöhte Aktivität im Sehzentrum.
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In der hypnotischen Trance verändern sich zahlreiche Körperfunktionen: Atemfrequenz, Blutdruck, Puls, das Erregungsniveau verringert sich, Entspannung breitet sich aus. "Der Patient erlebt unter Trance die Farben farbiger, das Rot wird kräftiger", schildert Halsband. "Es handelt sich aber nicht nur um die visuelle Erfahrung, sondern auch um eine auditive oder taktile: Wenn sie sich eine Urlaubsszene vorstellen, dann können sie unter Trance erleben, wie sie das Salz schmecken, was auf ihrer Haut sich befindet, wie intensiv die Sonne auf ihren Körper strahlt oder wie die Blumen um sie herum leuchten."
In der Trance kann man eine imaginäre Reise in die Zukunft machen und aus dem Blick des gereiften Menschen eine wichtige Prüfung neu betrachten. "Man lässt den Klienten in die damalige Situation zurück blicken, als er oder sie diese Prüfung bestanden hat. Das Hirn speichert dies als Engramm ab, als ob es tatsächlich passiert wäre."
Kommt man nun in die reale Situation, "dann wird das automatisiert vorgespielt: 'Den Film kenne ich bereits, ich schaffe die Prüfung und ich gehe da jetzt ohne Maximalangst in die Situation hinein'." Ebenso überzeugt von der Wirksamkeit der Hypnose ist Prof. Dirk Revenstorf aus Tübingen, einer der bekanntesten Forscher auf diesem Gebiet. Er und seine Kollegen kämpfen gegen das schlechte Image der Hypnose.
Denn viele verbinden mit diesem Wort selbsternannte Magier, die unter der Bezeichnung "Hypnotiseure" eine seriöse Technik in Verruf bringen. Sie tingeln von Disco zu Disco und angeln sich Leute, die das dringende Bedürfnis haben, sich öffentlich bloß zu stellen.
"Tatsächlich gehen die Leute auch in Trance dabei, weil die Hypnotiseure auch einen guten Blick für die richtigen Personen haben, die kooperativ und suggestibel sind ", erläutert Revenstorf. "Was sie normalerweise überhaupt nicht haben, ist eine klinische Schulung: Sie wissen gar nicht, was sie in der Person anrichten, wenn sie wirklich in Trance geht." Im optimalen Fall passiere nichts. "Aber wenn jemand in Trance geht und retraumatisiert wird durch das Flackerlicht, weil er mal in einen Unfall reingefahren ist - dann ist das katastrophal."
Der "Hypnotiseur" habe erstens keine Zeit, weil zehn Leute auf der Bühne sind, "und zweitens nicht das Wissen, wie man eine Retraumatisierung behandelt. Das wäre nur ein Fall."
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