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    + 31.08.2004 + Ende dieses Jahres wird sich mit dem Atommeiler in Obrigheim das zweite AKW (nach Stade) vom deutschen Stromnetz verabschieden. Zur Erinnerung: Die Regellaufzeit von Obrigheim war eigentlich schon am 31. Dezember 2002 abgelaufen; nur durch die Übertragung eines Stromguthabens vom AKW Philippsburg I konnte der Energieversorger EnBW das Kraftwerk länger als vorgesehen am Netz halten. In Betrieb bleiben vorerst weitere 17 Reaktoren mit noch immer über 95% der ursprünglichen Leistung. Erst Ende Februar 2007 soll mit Biblis A dann ein weiteres AKW vom Netz. Atomkraft wieder salonfähig? Allerdings haben führende Unionspolitiker, unterstützt vom mächtigen "Bundesverband der Deutschen Industrie", bereits angekündigt, bei einem Regierungswechsel 2006 die Laufzeitbegrenzung für AKW aufzuheben. Das Auslaufen der Atomkraft hatten Rot-Grün und die Atomindustrie im Jahr 2000 beschlossen. Doch Edmund Stoiber, Roland Koch und Friedrich Merz denken sogar an den Neubau von AKW. Die ZEIT mutmaßt Ende Juli unter dem Titel "Mit neuer Strahlkraft", dass "Deutschland nicht mehr lange abseits stehen wird", und stellt fest: "Die Kernenergie erlebt weltweit eine Renaissance, überall sind neue Reaktoren in Planung." Die Atomindustrie scheint tatsächlich im Aufwind zu sein. In Finnland soll ein neues AKW gebaut werden, Frankreich und England denken über neue Reaktoren nach, die Türkei erwägt den Bau ihres ersten Atomkraftwerks, und auch China will für seinen exponentiell steigenden Energiehunger neue Reaktoreinheiten errichten. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) rechnet damit, dass sich wegen des weltweit wachsenden Strombedarfs die Zahl der Atomkraftwerke bis 2050 vervierfachen wird. Hohe Kosten, hohes Risiko Die Befürworter der Atomenergie führen die angeblich niedrigen Kosten und den Klimaschutz an: Atomstrom sei billig und emittiere keine Treibhausgase. Dabei wird übersehen, dass Atomstrom gerade die teuerste und ineffizienteste Methode ist, Strom zu produzieren. Laut Rheinisch-Westfälischem Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) belaufen sich bei Atomkraftwerken alleine die Investitionskosten für den Kraftwerksbau auf 1750 Euro je Kilowatt Erzeugungskapazität; für Gas- und Dampfkraftwerken schlagen nur 550 Euro zu Buche. Dann die Folgekosten: Ein Endlager für den über Millionen Jahre lebensgefährlichen Strahlenmüll wird Milliarden verschlingen. Um Reaktoren ernsthaft vor Terroranschlägen zu schützen, wird man viel mehr Geld ausgeben müssen als für untaugliche Nebelkerzen. Und wo bleibt die ausreichende Haftpflichtversicherung für Atomkraftwerke, wo die (schon aus Gründen der Gleichbehandlung mit anderen Energieträgern notwendige) Besteuerung von Uran und die Streichung der steuerfreien Rückstellungen der Atomkonzerne? Kurzum: Wegen ihrer Risiken für Umwelt, Natur und Mensch und ihrer enormen Folgekosten kann die Atomkraft auch in Zukunft keine ernsthafte Option sein. Zukunft mit Risiko Zudem übersehen die Atomlobbyisten notorisch, dass der Primärenergieträger Uran die mit Abstand kleinste konventionelle Energiequelle überhaupt darstellt. 1977 prophezeite das "Red Book" der internationalen Uranlobby das Ende der Uranreserven für 1999. Nicht etwa neu entdeckte Uranvorkommen haben das Ende hinausgezögert, sondern der Umstand, dass im Jahr 2000 lediglich ein Fünftel der 1977 erwarteten Atomkraftwerke in Betrieb war. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften schätzte die verbliebenen Uranreserven 1997 auf 2315 Kilotonnen (kt). Bei einem gleichbleibenden Jahresverbrauch von derzeit 65 kt ergibt sich eine "Restlaufzeit" von knapp 36 Jahren. Sollte es zu einem Ausbau der Atomkraft weltweit kommen, naht das Ende noch schneller. Die einzige Option, diese Vorräte deutlich zu verlängern, besteht im Ausbau der Brütertechnologie. Das "Handbuch Kernenergie", Standardwerk der Atomkraftbefürworter, gibt unumwunden zu: Die Atomenergie könne "ohne den Brüter zur Linderung der Treibhausgasproblematik einen eher marginalen Beitrag leisten". Die Brüter-Technologie, die mehr spaltbares Material erzeugt als verbraucht, könnte die Uran-Reserven theoretisch um etwa das 60fache strecken. Doch benötigt sie als Brennstoff das in der Natur nicht vorkommende Plutonium, das aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente gewonnen wird. Diese Wiederaufarbeitung aber belastet Umwelt und Natur enorm mit Radioaktivität, was für die Anlagen in La Hague und Sellafield breit dokumentiert ist. Zudem gilt der Schnelle Brüter als einer der gefährlichsten und kostenintensivsten Reaktortypen. So wären die Folgen eines Super-GAU zwei- bis fünfmal so stark wie beim herkömmlichen Leichtwasserreaktor. Klimaschutz ohne Atomkraft Last but not least kommt der weltweite Klimaschutz gut ohne die riskante Atomkraft aus. Unzählige Studien haben nachgewiesen, dass eine Energiewende auf Basis von Energieeffizienz, Energiesparen und dem naturverträglichen Ausbau der erneuerbaren Energien möglich und realistisch ist. Die internationale Konferenz für erneuerbare energien hat Anfang Juni in Bonn deutliche Signale für eine globale Energiewende gesetzt. Nur zwei Beispiele: China beabsichtigt die erneuerbaren Energien gesetzlich zu fördern und bis 2010 etwa zehn Prozent seiner Energieversorgung darauf umzustellen. Deutschland unterstützt den Bau von Windrädern in Ägypten, die einmal 340000 Menschen mit Strom versorgen sollen. Fazit: Jeder Euro, der so für eine Energiewende, für die Erforschung und Entwicklung zukunftsfähiger Alternativen angelegt wird, trägt effektiv zum Klimaschutz bei. Die Finanzierung neuer Atomphantasien dagegen bringt die Menschheit nicht einen Deut weiter. Die Autorin Renate Backhaus ist die Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand. Dieser Artikel ist im BUNDmagazin (Heft 3/2004: Naturschutz im BUND ») erschienen. Quelle: BUND Freunde der Erde » Mehr zum Thema "Atomkraftwerke" auf der Sonnenseite: Haupttreffer: Atomwirtschaft: Atomkraftwerke zu teuer BUND veröffentlicht GRS-Gutachten zu Terrorgefahren für Atomkraftwerke Wird China 100 Atomkraftwerke Bauen? Angriff auf Atomkraftwerke geplant Wird China 100 Atomkraftwerke Bauen?



     
      URL: http://www.sonnenseite.com
    31.08.2004
    13 : 53


     
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