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    + 10.09.2004 + Nachdem der Klimawandel durch Temperaturerhöhungen und CO2-Zunahme in der Atmosphäre bereits messbar ist, lässt er sich auch an Pflanzen und Tieren in der heimischen Natur nachweisen: Pflanzen blühen und fruchten früher, Zugvögel ziehen im Winter nicht mehr fort und die Bewohner der Meere verändern ihr Wanderungsverhalten. Die Ergebnisse der Studie basieren auf der Auswertung von 1.000 Literaturzitaten, die das Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Göttingen für das Bundesamt für Naturschutz (BfN) » vorgenommen hat. Viele Arten reagieren demnach bereits auf die Klimaveränderungen, indem sie ihr Verhalten verändern, ihren Lebensrhythmus anpassen oder sich ihre Verbreitungsgebiete verschieben. Die Auswirkungen dieser Veränderungen sind kaum vorhersagbar. Es scheint aber absehbar, dass neue Arten mit noch unbekannten Eigenschaften einwandern und klimabedingte Artenverluste heimischer Arten zunehmen werden. Diese können in den nächsten Jahrzehnten sogar weitaus höher sein als es andere menschliche Gefährdungsfaktoren bisher jemals waren. „In Deutschland könnten zwischen 5 und 30 % der Arten aussterben. Wenn eine Reduktion der Klimaerwärmung nicht gelingt“, so der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz Prof. Hartmut Vogtmann, „können nur größere, vernetzte Schutzgebiete genügend Ausweich- bzw. Wanderungsmöglichkeiten bieten.“ Andere menschliche Einflüsse wie Nährstoffanreicherung und Luftverschmutzung wirken dabei mit dem Klimawandel zusammen. Deshalb ist es oft schwierig zu sagen, welchen Anteil Klimaveränderungen an der Ausbreitung z.B. des Rankenden Lerchensporns (Ceratocapnos claviculata) haben. Bei Vogelarten dagegen existieren oft jahrhundertelange Aufzeichnungen. So ist bekannt, dass sich der Bienenfresser (Merops apiaster) in wärmeren Zeiten ausbreitet. Sein Vorkommen ist für das Jahr 1638 im Saaletal in Sachsen-Anhalt belegt, in der folgenden sogenannten „kleinen Kaltzeit“ verschwand er wieder. Seit 1990 ist er dort wieder mit inzwischen ca. 100 Brutpaaren anzutreffen. Dem gegenüber rückt der kühlebedürftige Wasserpieper (Anthus spinoletta) im Schwarzwald in immer höhere, kühlere Regionen auf. Der Kuckuck ist ein Beispiel für die komplexe Auswirkung des Klimawandels: Seine „Opfer“ kehren inzwischen früher heim, aber er hat seinen Ankunftszeitpunkt nicht angepasst, so dass er bereits belegte Nester vorfindet. Als „Kompensation“ weicht er auf höhere, kühlere Lagen aus. „Wie lange es aber Arten wie dem Kuckuck bei uns nicht „zu heiß“ wird, ist fraglich“ so Prof. Vogtmann. „Um unsere Tier- und Pflanzenwelt nicht einem Experiment mit ungewissem Ausgang zu unterziehen, ist es erforderlich, den Klimaschutz weiter voranzutreiben. Dazu gehört auch die naturverträgliche Nutzung erneuerbarer Energien“. Die 40seitige Studie kann bezogen werden beim: Bundesamt für Naturschutz (BfN) » FG I I.2, Konstantinstr. 110, 53179 Bonn E-Mail: neobiota@bfn.de



     
      URL: http://www.sonnenseite.com
    10.09.2004
    13 : 45


     
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