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Bangkok, 12.10.04 -- Im Rahmen der 13. CITES-Konferenz in Bangkok wurde heute eine Aufnahme des Weißen Haies im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens vorläufig beschlossen. „Damit könnte der elegante Räuber endlich den Schutzstatus bekommen, der ihn von der Ausrottung bewahrt“, begrüßte NABU-Artenschutzexpertin Heike Finke diese Entscheidung. Denn der gefürchtete Meeresräuber ist in den letzten zehn Jahren selbst ein Gejagter geworden: Vorsichtigen Schätzungen zufolge gibt es weltweit kaum mehr als 10.000 Exemplare, in manchen Gebieten ist der Bestand um 95 Prozent zusammengebrochen. Zum Verhängnis werden dem Weißen Hai vor allem sein beeindruckendes Gebiss und seine Zähne, derentwegen Sportangler auf der ganzen Welt Jagd auf ihn machen. „Ein Gebiss des Weißen Haies kann bis zu 50.000 US-Dollar auf dem Schwarzmarkt bringen“, erklärte Finke.
78 Nationen, darunter die Europäische Union sprachen sich für, 34 vor allem Fischereinationen wie Japan, Norwegen und China sprachen sich gegen den Antrag von Australien und Madagaskar aus, den Schutzstatus dieser Tierart anzuheben. „Die Fischereinationen werden in den nächsten Tagen vermutlich erneut versuchen, diese vorläufige Entscheidung zunichte zu machen“, erklärte Finke. Nach Ansicht der NABU-Expertin wäre es ein Drama, wenn sich die Interessen dieser Länder auf Kosten des Weißen Haies durchsetzen könnten. Vor allem Kilometer lange Fischernetzen und die grausame Praktik des „Finnings“ seien eine Qual für den Bestand dieser Tiere. Hinzu komme die niedrige Reproduktionsrate dieser Art: Männchen erlangen erst mit acht bis zehn Jahren, Weibchen sogar erst mit 15 bis 18 Jahren die Geschlechtsreife und bringen dann nach einer Tragezeit von 18 Monaten ein bis zehn Junge zur Welt. „Der Weiße Hai steht am Rand der Ausrottung und verdient unsere besondere Aufmerksamkeit“, so Finke abschließend.
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