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    19.10.04, kk -- Rund 50 Betriebs- und Küchenleiter aus NRW informierten sich Anfang Oktober auf einem Bio-Infomarkt in der WestLB in Düsseldorf über erfolgreiches Bio-Marketing in GroßKüchen und Gastronomie. Resümee der Veranstaltung: Die Nachfrage nach Bio ist größer als je zuvor. Jetzt gilt es, die potentiellen Käufergruppen mit einer zielgruppengerechten Kommunikation für biologische Lebensmittel zu gewinnen. Nur so wird Bio zum echten Erfolgsfaktor. Sabine Jörg von der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH stellte dazu eine Studie der CMA vor, in der potenzielle Käufergruppen für Bio-Lebensmittel nach Sinus-Milieus definiert werden. Die Sinus-Studie teile die Gesellschaft nach Lebensstil und sozialem Umfeld ein und berücksichtige nicht - wie früher - nur demografische Kriterien wie Schulausbildung, Beruf oder Einkommen. Vielmehr lassen sich die Milieus auch als Gruppen Gleichgesinnter bezeichnen, die sich zum Beispiel für gutes, qualitativ hochwertiges Essen begeistern. Überraschend war für die Teilnehmer, dass danach rund 44 Prozent der Bevölkerung als potenzielle Bio-Kunden auch für die Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie in Frage kommen. "Bio ist vor allem dann erfolgreich, wenn die Kommunikation und Werbung an die Lebensstile der Zielgruppen angepasst wird", betonte Sabine Jörg. Dies erfordere ein neues Bio-Marketing, das z.B. die Aspekte Genuss und Wellness stärker herausstellt und mit der sicheren Herkunft von Bio-Produkten verknüpft. "Bio. Mir zuliebe." lautet folgerichtig die neue Botschaft der Bio-Kommunikation bei der CMA. Dass diese Botschaft auch in Gemeinschaftsverpflegung (GV) und Gastronomie den Nerv der Zeit und den Wünschen der Gäste entspricht, bestätigten die Teilnehmer einer von Rainer Roehl vom ÖGS moderierten Diskussionsrunde. Eine Bio-Kommunikation, die allein das Umweltbewusstsein der Gäste anspricht, greife zu kurz und spreche nur die Überzeugten an. "Zukünftig müsse vielmehr der Nutzen für die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden hervorgehoben werden", so Evelyn Beyer-Reiners von der SV (Deutschland) GmbH. Walter Pielmeier, Verpflegungsleiter bei der DuPont Performance Coatings GmbH in Wuppertal bestätigte diese Auffassung, betonte aber gleichzeitig, dass den Verantwortlichen in den GV-Betrieben die Verwendung von Bio-Produkten einfacher gemacht werden müsse. Vor allem die Logistik sei noch verbesserungswürdig. Nach den Erfahrungen von Gerald Brunnert, seit 25 Jahren Küchenleiter in der Evangelischen Tagungsstätte Haus Ortlohn, geht es zukünftig vor allem darum, Bio-Lebensmittel in einfache, traditionelle Gerichte zu verpacken und diese modern interpretiert und saisonal ausgerichtet anzubieten. Ullrich Langhoff, Geschäftsführer des Restaurants Lippeschlösschen und beim DEHOGA NRW für Umweltfragen zuständig, hob die Bedeutung eines regional orientierten Einkaufs hervor. Regionale Produkte ließen sich zum einen gut kommunizieren und zum anderen bestehe die Gefahr, dass die Gastronomie ohne Einbindung in die regionale Wirtschaft einen der wichtigsten Grundpfeiler für ein zukunftsorientiertes Marketing verliert. Folgt man Burkart Schmid, Chefredakteur der Wirtschaftsfachzeitschrift gv-praxis, müssen GV-Einrichtungen zukünftig den Spagat zwischen Kostensenkung und Qualitätssteigerung schaffen. Hört sich zunächst paradox an, lässt sich aber bei einer Vereinfachung des Angebotes und Berücksichtigung regionaler und saisonaler Vorgaben durchaus erreichen. Der Bio-Infomarkt ist Teil der Kampagne Natur auf dem Teller in Nordrhein-Westfalen (NRW), die Küchen beim erfolgreichen Einstieg in die Verwendung von Bio-Produkten unterstützt. Träger sind die CMA und das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in NRW. Nähere Infos unter http://www.naturaufdemteller.de oder unter der Telefonnummer 069/977 819-29.



     
      URL: http://www.bio.de
    19.10.2004
    13 : 30


     
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