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24.10.2004 -- Der Hunger nimmt weltweit zu. 842 Millionen Menschen leiden an chronischer Unterernährung. Vor zwei Jahren waren es noch 826 Millionen. Der Hunger fordert mehr Opfer als alle Kriege zusammen, mehr Opfer auch als die großen Seuchen unserer Zeit, AIDS, Malaria und Tuberkulose.
Diese Zahlen wurden anläßlich des Welternährungstages bekannt. Sie stehen im Mittelpunkt der Bilanz von Jean Ziegler, UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung. Diese soll am 27. Oktober der UNO-Generalversammlung in New York vorgelegt werden. Deutlich wird darin, dass das von der UNO verkündete "Millenniumziel", bis 2015 die Zahl der Hungernden weltweit zu halbieren, ferner denn je liegt. Jean Ziegler: "Die Lage ist nicht nur verheerend, sondern absurd." Denn nach Angaben der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) » könnten heute zwölf Milliarden Menschen, die doppelte Weltbevölkerung, ernährt und täglich mit 2.700 Kilokalorien versorgt werden. Es sei einerseits eine Frage der Verteilung, andererseits würden tonnenweise Nahrungsmittel vernichtet.
Als Ursachen für den seit 1996 weltweit wachsenden Hunger nannte der UN-Berichterstatter vor allem die neoliberale Politik. "Der Markt" könne das Problem des Hungers nicht lösen, sagte er. Die beiden gängigen Erklärungsversuche für die sich weiter verschärfende Situation, "Überbevölkerung" und "Naturgegebenheit", seien "eine glatte Lüge: Es geht um ein ökonomisches System". Profitinteressen verschärfen die Lage.
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