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27.10.2004 -- Am letzten Wochenende begann in den Alpen bereits offiziell die Ski-Saison - mit dem Weltcup der Skifahrer. Der Auftakt fand bei 20 Grad Wärme statt. Immer mehr Liftbetreiber und Wintersportorte setzen auf Kunstschnee. Naturschützer wehren sich überall gegen den künstlichen weißen Sport. Die neue Front heißt: weiß gegen grün.
Die Flucht nach oben hat ebenfalls begonnen. Denn immer mehr Skifahrer weichen auf die Gletscher aus. Im Montblanc-Massiv und in Monte Rosa wurden Abfahrten knapp unter 4.000 m Höhe erschlossen. Auf Dauer wird aber auch der Zug der Skifahrer in die Höhe keine Lösung sein, denn auch die Gletscher werden das 21. Jahrhundert nicht überleben. Trotzdem hat die Tiroler Regierung in Österreich das Naturschutzgesetz, das seit 1991 alle Gletschergebiete als unantastbar erklärt hatte, im Frühjahr 2004 so geändert, dass jetzt "die technische Erschließung von Gletscher in entwicklungsschwachen Gebieten" möglich sind.
Konkrete Planungen gibt es bereits für die Gebiete am Linken Fernerkogel im Pitztal und an der Wasserseespitze im Kaunertal. Dass es in 100 Jahren in den Alpen keine Gletscher mehr geben wird, ist für die Investoren nicht relevant - sie rechnen damit, dass sie noch zwei Jahrzehnte Gewinne machen können. Dass sich dadurch der Treibhauseffekt nur noch beschleunigt, wird verdrängt oder bewusst in Kauf genommen.
Für den Bau und Unterhalt der Pisten müssen neue Straßen angelegt und schweres Gerät angeschafft werden. Die Erosion der abschmelzenden Hänge verstärkt sich. Gewaltige Felsstürze drohen, wenn die Felswände enteisen. Die deutschen und österreichischen Alpenvereine sagen Nein zum immer "höheren" Skifahren. Viele Menschen wollen die schöne weiße Welt beim Wandern genießen. Wandern statt Wedeln ist ja eine akzeptable Alternative zum Skifahren auf Gletscher. Der Öko-Wintertourismus wird wichtiger als Skifahren.
In Deutschland sind nur ein Prozent der Bevölkerung aktive Skifahrer - aber viel mehr wollen wandern - auch im Winter. Die Gemeinde Immenstadt im Oberallgäu liegt 1.400 m hoch und hat schon vor Jahren Konsequenzen für ihren Tourismus aus der neuen Schneelage gezogen. Die Skilifte werden abgebaut und Pisten renaturiert. Die Zahl der Skifahrer gehen ohnehin zurück. Jetzt kommen aber mehr Wintertouristen. Insgesamt wurden in den letzten Jahren 120 Skilifte in Österreich stillgelegt. Es geht auch anderes.
Bayerns Tourismus Marketing hat für den Wintertourismus zwei Thesen formuliert:
1). In Deutschland geht der Skisport weiter zurück.
2). Bayrische Skiorte, die sich auf sanften Tourismus konzentrieren, haben größere Chancen.
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