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Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt alle zwei Jahre den „Kinderreport Deutschland“ vor. Im November 2004 erschien das Buch zum zweiten Mal. Die Erstauflage erscheint aus dem Jahr 2002. In mehreren Kapiteln behandelt es die Themen „Kinder und Armut“, „Kinder und Gesundheit“, „Kinder und Familie“, „Kinderpolitik“, „Kinder und Schule“ sowie „Kinder und Medien“. Mit dem Kinderreport versucht das Kinderhilfswerk, sich als NGO in die Sozialberichterstattung einzumischen. Der Report stellt keine einzelne wissenschaftliche Untersuchung dar, sondern fasst aktuelle Studien vor allem in Form von Gastbeiträge zusammen und gibt Empfehlungen für die Zukunft.
Hauptthema des Jahres 2004 ist die Kinderarmut, die sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft hat. 6,7 Prozent der Bevölkerung und 37 Prozent der Sozialhilfeempfänger sind unter achtzehn Jahre, damit sind Kinder überproportional von Armut betroffen. Der Report stellt fest, dass Armut in Deutschland mittlerweile nicht bedeutet, dass die Kinder hungern müssen. Aber fehlendes Geld führt dazu, dass Jugendliche in der wohlhabenden Gesellschaft Deutschlands nicht mithalten können. In der Schule werden sie zu Außenseitern, wenn sie nicht mit auf Klassenfahrten fahren können, außerdem ernähren sich arme Kinder häufig falsch. Vor allem jüngere Kinder sind von Armut betroffen. Dazu kommt, dass die Fälle verstärkt in Haushalten mit allein erziehenden Elternteilen auftreten.
Uneins war man sich bei der Vorstellung des „Kinderreport Deutschland“ über die Auswirkungen von Hartz IV: Während Thierse versicherte, dass sich die Situation für die Sozialhilfeempfänger verbessern werde, wies Thomas Krüger, Präsident des Kinderhilfswerks, darauf hin, dass nächstes Jahr 1,5 Millionen mehr Kinder von Sozialhilfe leben müssten. Sollten die Betreuungsangebote im Rahmen der Reform tatsächlich umgehend verbessert werden, könne von Hartz IV eine Entlastung ausgehen. „Sollte das nicht passieren, rechne ich mit einer Verschärfung des Problems.“
Das Deutsche Kinderhilfswerk als Herausgeber des Reports wurde 1972 in München gegründet. Es ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland einsetzt. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse fungiert als Schirmherr des Reports.
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