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    Die Natur ist eine einzigartige Apotheke: Etwa 50.000 Pflanzenarten, einige tausend Tierarten und hunderte von Pilz- und Bakterienarten liefern einem Großteil der Menschheit wichtige Substanzen für ihre Gesundheitsversorgung. Die Heilkraft der Natur wird nicht nur traditionell genutzt (z. B. in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), in afrikanischen Medizinformen, im Ayurveda oder in der europäischen Volksheilkunde), sondern auch in der westlichen Schulmedizin und Naturheilkunde. Die Nachfrage wächst weltweit – mit tragischen Folgen. Immer mehr Wildpflanzenarten werden übermäßig und unkontrolliert geerntet und gehandelt, und manche Tierarten werden nicht zuletzt durch eine starke Nachfrage seitens der Medizin rücksichtslos und in großem Stil bejagt. Tigertee und Stinkholzdragees Heilpflanzen und „Heiltiere“ sind durch Übernutzung und Handel gefährdet Etwa 4.000 Heilpflanzenarten sind laut Weltnaturschutzunion (IUCN) in ihrem Bestand gefährdet. Zu den Ursachen zählen Lebensraumverlust, Bestandsübernutzung und der internationale Handel. Über 400.000 Tonnen Heilpflanzen-Rohware im Wert von mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar gelangen Jahr für Jahr in den internationalen Handel. Frühlingsadonisröschen, Ginseng und afrikanisches Stinkholz sind nur einige Beispiele für durch Übernutzung und Handel akut gefährdete Heilpflanzen. Bei den für medizinische Zwecke genutzten Tierarten sieht es nicht anders aus. Einzelne Unterarten von Tiger und Nashorn sind bereits ausgerottet beziehungsweise extrem bedroht. Neben einschneidenden Lebensraumveränderungen ist die Überjagung eine der Hauptursachen für ihren Populationsabfall. Und wenn der Bedarf nach dem Sekret des Moschustieres weiterhin zunimmt, die Fangmethoden sich aber nicht ändern, wird auch diese Art in wenigen Jahren nicht mehr freilebend in der Natur zu finden sein. WWF und TRAFFIC versuchen gegen diese Trends zu steuern, indem sie Druck auf die am Handel beteiligten Länder und Handelspartner ausüben und Strategien für eine nachhaltige Wildnutzung entwickeln, die sowohl der Natur helfen als auch den meist einkommensschwachen Sammlern eine Lebensgrundlage bieten. Gleichzeitig wird aber auch auf gezielte Aufklärung der Anwender und Nutzer und damit einhergehende Verhaltensänderungen gesetzt. Ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich: WWF-Initiativen für die nachhaltige Nutzung von Heilpflanzen WWF und TRAFFIC machen weltweit auf die Verantwortung der Verbraucher, Politiker und Unternehmen aufmerksam. Im deutschsprachigen Raum geschieht dies zum Beispiel durch die Initiative „Medizin und Artenschutz“: Diese wurde mit einem Symposium auf der EXPO 2000 gestartet. Mehr als 100 Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen unterzeichneten seither die „Gemeinsame Erklärung für die Gesundheit von Mensch und Natur“. Die Unterzeichner erklären sich bereit, in einer Arbeitsgruppe gemeinsam effektive und für alle Beteiligten realisierbare Lösungsansätze für den Schutz von Heilpflanzen zu entwickeln. Zahlen und Fakten: - Mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 45.000 Tonnen Heilpflanzen pro Jahr ist Deutschland im europäischen Vergleich Spitzenreiter. - Weltweit steht Deutschland sowohl beim Import als auch beim Export an vierter Stelle. - Etwa 80 Prozent der weltweit für medizinische Zwecke verwendeten Pflanzenarten stammen aus Wildsammlung. - In Europa werden fast 2.000 Pflanzenarten medizinisch verwendet, von denen gut 1.200 einheimische Arten sind. - 150 dieser europäischen Heilpflanzenarten sind in zumindest einem ihrer Herkunftsländer bedroht.



     
      URL: http://www.wwf.de
    18.11.2004
    15 : 44


     
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