| |
Bundesumweltminister Juergen Trittin und die japanische Umweltministerin Yuriko Koike sind heute in Tokio zu einem Meinungsaustausch ueber aktuelle Fragen der Umweltpolitik zusammengetroffen. Wichtige Punkte des Gespraechs waren:
1. Beide Seiten begruessen das kuerzlich erfolgte Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls als einen ersten entscheidenden Schritt zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Sie stimmten darin ueberein, die Staaten, die bisher das Kyoto-Protokoll noch nicht ratifiziert haben, aufzufordern, dies in angemessener Zeit nachzuholen.
2. Beide Seiten sind uebereinstimmend der Auffassung, dass der Klimaschutz die groesste Herausforderung fuer den Umweltschutz im 21. Jahrhundert ist, welche eine globale Reaktion und internationale Kooperation erfordert. Sie betonten, dass nach dem 3. Bericht der Internationalen Klimaschutzkommission eine substanzielle Verringerung der Treibhausgasemissionen notwendig ist, um die Klimaveraenderung bis zu einem akzeptierbaren Schwellenwert zu begrenzen. Bundesumweltminister Trittin hob hervor, dass die Europaeische Union diese Begrenzung mit nicht mehr als 2 Grad Celsius gegenueber vorindustriellen Zeit definiert.
3. Des weiteren betonten beide Seiten, dass eine Fuehrung der entwickelten Laender entscheidend ist, um insbesondere den grossen aufstrebenden Entwicklungslaendern ein Beispiel zu geben, zur Begrenzung des Klimawandels beizutragen. Auf der Grundlage der gemeinsamen zugleich differenzierten Verantwortlichkeiten fuer den Klimawandel und die globale Gerechtigkeit sollte den entwickelten Laendern eine Fuehrungsrolle bei der Reduzierung der globalen Treibhausgasemissionen zukommen.
4. Aufgrund der Erfahrungen mit der oekologischen Steuerreform in Deutschland bewerteten beide Seiten oekonomische Instrumente wie Oeko-Steuern als eine geeignete und effiziente Massnahme, um Treibhausgasemissionen zu verringern, und als einen wichtigen Schritt, um unsere Gesellschaften durch die Integration von Oekologie und Oekonomie fuer eine nachhaltige Entwicklung zu reformieren.
5. Beide Seiten sind der Ueberzeugung, dass erneuerbare Energien in Kombination mit einer verbesserten Energieeffizienz deutlich dazu beitragen werden, die Treibhausgasemissionen zu verringern. Als Vorreiter der technologischen Entwicklung erneuerbarer Energien betonten sie die Notwendigkeit politischer Konzepte zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.
6. Sie stimmen ueberein, ihre bilaterale Zusammenarbeit zu vertiefen. Das Deutschland-Jahr in Japan wird verschiedene Moeglichkeiten hierzu bieten, etwa eine Klimaschutzkonferenz am 31. Oktober und 1. November 2005 in Tokyo, die gemeinsam vom Wuppertal-Institut und dem Institut fuer globale Umweltstudien in Tokyo organisiert wird.
7. Beide Seiten tauschten ihre Auffassungen ueber die Notwendigkeit einer internationalen institutionellen Architektur aus, um zunehmenden und weitreichenden Umweltgefahren in einer globalisierten Welt wirksam zu begegnen. Vor dem Hintergrund einer kuerzlich ergriffenen franzoesischen Initiative zur Aufwertung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zu einer Weltumweltorganisation, die von Deutschland unterstuetzt wird, verstaendigten sie sich auf die Bedeutung einer Verstaerkung der Umweltschutzsaeule der Vereinten Nationen im Kontext der sich abzeichnenden Debatten ueber eine Reform der Vereinten Nationen.
8. Beide Seiten sind der Ueberzeugung, dass eine Politik der Vermeidung, Wiederverwendung und Verwertung von Abfaellen - „3 R-Politik“, sprachlich an die englischen Begriffe „reduce“, „re-use“, „ recycling“ angelehnt – der Schluessel fuer eine nachhaltige Entwicklung sowohl in den entwickelten Laendern als auch in den Entwicklungslaendern ist. Sie kuendigten an, national und international Initiativen zur Foerderung der „3R“-Strategie zu ergreifen. Sie vereinbaren eine Fuehrungsrolle bei der Umsetzung der erwarteten Ergebnisse der Ministerkonferenz zur 3R – Initiative zu uebernehmen.
----------------------------------------------------------------------------------------
Hrsg: BMU-Pressereferat, Alexanderplatz 6, 10178 Berlin
Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)
Thomas Hagbeck, Jürgen Maaß, Frauke Stamer
Tel.: 01888/305-2010. Fax: 01888/305-2016
|
|
|