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Mainz, 28.04.2005: Firmen der Saatgutindustrie wie Monsanto, Syngenta, Pioneer und KWS for-cieren mit Nachdruck den Anbau von transgenen Pflanzen in Deutschland. Gleichzeitig werden Standorte für die Vermehrung gentechnikfreien Saatguts zunehmend in Länder verlegt, die mit besonders strengen Auflagen den Anbau von Gentechnik regeln. So zeigen aktuelle Recherchen des Bioland Bundesverbandes, dass sich die Flächen zur Saatgutvermehrung in Österreich in den letzten drei Jahren fast um das Dreifache vergrößert haben.
„Das Vorgehen der Agro-Industrie ist scheinheilig. Es zeigt, dass sie ihren eigenen Versicherun-gen, eine Koexistenz von Gentechnik-Anbau und herkömmlicher Landwirtschaft sei möglich, miss-traut,“ sagt Thomas Dosch, Vorsitzender des Bioland Bundesverbandes. „Der Gen-Maisanbau in Deutschland gefährdet die Potentiale, die eine Produktion ohne Gentechnik am Markt hat. Deutschland droht, wie den USA, das Stigma eines GVO-Risikolandes - mit allen Konsequenzen für die heimische Landwirtschaft“, so Dosch weiter. Laut transgen.de, einer von Gentechnikin-dustrie und anderen finanzierten Internetplattform, ist der US-amerikanische Maisexport in die EU seit Ende der 90er Jahre drastisch eingebrochen. US-Farmern wird nicht mehr zugetraut, Mais ohne Einträge von Genkonstrukten liefern zu können.
Österreich profiliert sich zurzeit mit großem Erfolg als „GVO-freie Insel“ – nicht zuletzt auch für die Saatgutvermehrung. Mit einem umfassenden Gesamtsystem sichert die zuständige Österreichi-sche Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Qualität der Saatgutvermeh-rung und zieht damit internationale Firmen ins Land. Insbesondere will die AGES auch die Ver-mehrung gentechnikfreien Saatguts und Bio-Saatguts sicherstellen. Nach Auskunft der Agentur hat sich die Vermehrungsfläche für Maissaatgut zwischen 2001 und 2004 von 1.800 ha auf 5.000 ha vergrößert, die für Bio-Mais von 30 auf rund 400 ha. Viele internationale Firmen lassen ihr Saatgut von österreichischen Unternehmen im Auftrag anbauen. Österreich ist insbesondere des-halb für die „saubere“ Saatgutvermehrung interessant, weil sich im vergangenen Jahr alle Wirt-schaftsbeteiligten aus Landwirtschaft und vor- und nachgelagerten Sektoren auf ein fünfjähriges Moratorium für den Anbau von gentechnisch veränderten Sorten geeinigt haben.
Umfragen zeigen, dass 70 % der europäischen Verbraucher GVO-Nahrungsmittel ablehnen. Des-halb setzt die Ernährungsbranche zunehmend auf GVO-freie Lebensmittel. Aus Sicht der europäi-schen Landwirtschaft ergeben sich durch den Anbau GVO-freier Ware zunehmend größere Markt-vorteile.
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