| |
Vorstoß von SPD und Union
Nach dem Handy haben Verkehrsexperten von Regierung und Opposition eine weitere Gefahrenquelle hinter dem Lenkrad ausgemacht: die Zigarette. Politiker von SPD und Union fordern ein Rauchverbot für Autofahrer.
Der SPD-Verkehrsexperte Peter Dancker sagte der "Bild"-Zeitung, durch das Rauchen am Steuer steige die Unfallgefahr drastisch. Er sei deshalb für ein absolutes Rauchverbot beim Fahren. Die CDU-Gesundheitspolitikerin Katherina Reiche sagte demselben Blatt, Zigaretten am Steuer lenkten genauso ab wie Telefonieren mit dem Handy. "Wir brauchen dringend ein Verbot und entsprechende Strafen", unterstrich die Abgeordnete.
Die CSU-Gesundheitsexpertin Gerlinde Kaupa unterstützte den Vorschlag. Bereits 2001 hatten zwei Abgeordnete von SPD und CDU einen ähnlichen Vorstoß gestartet.
Stolpe nicht interessiertBundesverkehrsminister Manfred Stolpe lehnte den Vorschlag umgehend ab. Dieser trage nicht zur Verkehrssicherheit bei, sagte Stolpe in Berlin. Es gebe keine wissenschaftlichen Belege für die These, dass rauchende Autofahrer ein besonderes Unfallrisiko darstellen. Eine Sprecherin des Ministers betonte, eine gesetzliche Regelung sei eine "Überregulierung".
Auch von Seiten der CDU kam eine ablehnende Reaktion: Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Dirk Fischer, sagte gegenüber NDR Info, der Vorschlag sei "nicht mehrheitsfähig im Bundestag und auch nicht in meiner Fraktion".
ADAC: Man kann nicht alles verbietenDer ADAC wies die Forderungen als "übertriebene Reglementierung" zurück. Rauchen am Steuer sei nicht so gefährlich wie das Telefonieren am Steuer, sagte ADAC-Sprecher Dieter Wirsich. "Da wird man wesentlich mehr abgelenkt." Der Griff nach der heruntergefallenen Zigarette sei die Ausnahmesituation. Man könne nicht alles verbieten.
|
|
|