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WWF: Illegal gehandelte Haustiere aus Indonesien landen auch in deutschen Käfigen
Frankfurt a. M., 13.05.2005: Mehr als 3000 Tiere fanden Artenschutzexperten vergangene Woche bei einer Stichprobe auf den Wildtiermärkten im indonesischen Medan auf der Insel Sumatra. Ein großer Teil der dort entdeckten Arten ist in ihrem Bestand bedroht. Nach Angaben der Umweltorganisation WWF wird in Medan etwa ein Fünftel aller angebotenen Arten illegal gehandelt. Einige dieser seltenen Tiere landen auch in deutschen Käfigen. Kunden aus aller Welt zahlen horrende Preise für ihre „Lieblinge“. In Deutschland wird ein Palmkakadu für bis zu 15.000 Euro gehandelt. Gemäß einer aktuellen Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, landen vor allem Papageien und Kakadus sowie seltene Singvogelarten wie Beos auf den Märkten von Medan. „Bisher war Sumatra wegen seiner artenreichen Regenwälder berühmt. Mittlerweile ist die Insel auch für die Artenvielfalt auf den Tiermärkten berüchtigt“, so WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. Er fordert: „Der illegale Markt muss ausgetrocknet werden.“
Im Rahmen der nun vorliegenden Langzeitstudie wurde der Wildtierhandel über fünf Jahre intensiv beobachtet. Das Ergebnis: Der Markt für bedrohte Tiere wächst in Medan stetig an. Die Zweimillionenstadt ist eines der Zentren des illegalen Handels. Insgesamt knapp 350 verschiedene Arten haben die Experten von TRAFFIC während ihrer Forschungen gefunden. Neben vielen bedrohten Vogelarten auch seltene Gibbons, Krokodile, Pythons und Stachelschweine.
Die meisten in Medan angebotenen Tiere stammen aus dem nahe gelegenen Gunung Leuser Nationalpark. Immer mehr Tiere werden dort gefangen. Der zunehmende Handel bedroht das Überleben vieler Arten, fürchtet Homes. Viele sind nach indonesischem Recht bislang nicht geschützt. Nach Ansicht des WWF ist es höchste Zeit, dass die Regierung aktiv wird. „Medan ist eine Drehscheibe des internationalen Wildtierhandels, und die indonesische Regierung verschließt die Augen“, so Homes.
Der WWF setzt sich nicht nur für eine stärkere Gesetzgebung, sondern auch für einen besseren Vollzug bereits bestehender Verordnungen ein. Nicht nur vor Ort sind Experten gefragt, sondern auch in Ländern wie Deutschland. „Nur ein Zollbeamter, der eine bedrohte und geschützte Art erkennt, kann illegal gehandelte Tiere beschlagnahmen“, erläutert WWF-Experte Homes. Der Abbau von Zollkontrollen, mangelnde internationale Zusammenarbeit und das Fehlen von speziell ausgebildeten Spürhunden bieten bislang Schlupflöcher, die Tierschmuggler in großem Stil ausnutzen.
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