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Spanien will als erstes Land der Welt Strom aus kompletten Distel-Pflanzen gewinnen. Dazu sollen nach Presseberichten vom Dienstag in den nordspanischen Städten Burgos und Huesca für rund 60 Millionen Mark zwei spezielle Biomasse-Elektrizitätswerke gebaut werden. Jede der Anlagen werde jährlich 105 000 Tonnen der stacheligen Pflanzen verbrennen und damit 91,2 Gigawatt Strom zur Versorgung von etwa 60 000 Menschen produzieren können.
Die verwendete gentechnisch veränderte Distelart (Cynara cardunculus) ist besonders widerstandsfähig und erreicht ähnlich wie Zuckerrohr eine Höhe von bis zu drei Metern. Bei Versuchen stellten die Forscher fest, dass diese Disteln unverändert zu süß sind und deshalb auf den Feldern von Mäusen gefressen werden. Die Distel sei deshalb so geeignet, weil sie sich gut an das spanische Klima anpasse, kaum Dünge- oder Pflanzenschutzmittel benötige und leicht zu ernten sei.
Das Projekt wird bislang von Privatfirmen finanziert, der spanische Staat bekundete aber bereits sein Interesse, wie es weiter hieß. Zudem werde der Anbau von Disteln auf bislang brachliegenden Feldern von der Europäischen Union (EU) bezuschusst. Noch sei es allerdings schwierig, die Bauern der Region für die Initiative zu begeistern.
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