| |
WWF: Brasiliens Regierung versagt bislang im Kampf gegen den Raubbau
Mit einem Waldverlust von 26.000 Quadratkilometern – das entspricht etwa der halben Fläche der Schweiz - hat das Kahlschlag-Tempo im brasilianischen Regenwald im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Es ist die zweithöchste jährliche Entwaldungsrate im Amazonas. Im Jahr zuvor hatte der brasilianische Amazonas 23.000 Quadratkilometer verloren. Dies geht aus Satellitendaten hervor, die das Brasilianische Weltrauminstitut INPE jetzt veröffentlicht hat. „Jede Minute verliert Brasilien eine Fläche von sieben Fußballfeldern wertvollen Regenwald. Die Regierung Lula hat bislang im versprochenen Kampf gegen den Raubbau versagt“, so Michael Evers, Leiter des Fachbereichs Wald beim WWF Deutschland. Bis heute sind bereits 17 Prozent des brasilianischen Amazonas zerstört worden.
Die Regierung verfolgt laut WWF eine inkonsistente Politik. So fördere sie Bodenspekulationen zum Ausbau von Rinderfarmen und industrieller Landwirtschaft. Illegaler Kahlschlag, Ausbeutung der Arbeiter und Kriminalität würden nicht ausreichend bekämpft. „Die Opfer dieser Politik sind Natur und Menschen gleichermaßen“, kritisiert Evers. Der WWF moniert weiterhin, dass sowohl die Regierung Lula als auch die meisten Bundesstaaten noch immer keine Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung der Amazonasregion verabschiedet haben.
„Regierung und Industrie müssen einfach mehr tun, um den schockierenden Raubbau zu stoppen“, betont Denise Hamu, Geschäftsführerin des WWF Brasilien. „Ansonsten wird unser Regenwald verschwinden, bevor wir ihn überhaupt richtig erforscht haben.“
Im Jahr 2002 hat die brasilianische Regierung das „Amazon Protected Areas Programm“ (ARPA) ins Leben gerufen. ARPA wird auch vom WWF Deutschland, der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt. Ziel ist die Schaffung von mindestens 50 Millionen Hektar Schutzgebieten. „Die Ausweisung von Schutzgebieten ist wichtig. Aber das reicht bei weitem nicht aus, um den Kahlschlag zu stoppen. Wir brauchen eine nachhaltige Politik, die den Regenwald nützt, ohne ihn zu zerstören und so Mensch und Natur dient“, so Denise Hamu.
|
|
|