| |
Meinrad Andreae vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz warnt in der Zeitschrift "Nature" davor, dass es noch viel heißer werden könnte als bisher die Wissenschaftler befürchteten.
Der Grund: Die so genannten Aerosole in der Luft wie Rußteilchen und Schwefelverbindungen hätten die Erde in der Vergangenheit stark gekühlt, während gleichzeitig Treibhausgase wie CO2 für eine Erwärmung gesorgt haben. Wenn aber durch Maßnahmen zur Luftreinerhaltung die Kühlung zurückgehe, werde die Erwärmung zunehmen. Durch Luftverbesserung also stärkerem Klimawandel. "Wir sitzen gleichsam in einem Auto und haben auf das Gaspedal getreten. Jetzt bemerken wir, dass die Bremse angezogen ist. Und erst wenn sie sich langsam löst, werden wir verstehen, ob wir in einem Traktor oder in einem Ferrari sitzen."
Bislang hatte der Weltklimarat eine globale Erwärmung zwischen 1,4 und 5,8 Grad Celsius vorhergesagt. Es könnte noch viel heißer werden. Bislang war von den Klimaforscher der Effekt der Aerosoleinflüsse bei den Klimasimulationen nicht mitberechnet worden.
Auch Professor Andreae macht darauf aufmerksan, dass die Klimaforscher heute vieles noch nicht wissen. Aber gerade deshalb fordert er die Politik zum Handeln auf: "Wir gehen von einem möglichen Temperaturanstieg von 6 Grad Celsius und mehr aus. Die Schlussfolgerungen für die politischen Handlungsträger sind selbst bei einer Temperaturerhöhung von 5 bis 6 Grad, vergleichbar mit dem Temperaturanstieg zwischen der letzten Eiszeit und heute, enorm. Betrachtet man die potenziell schwerwiegenden Konsequenzen für unsere Umwelt und Gesellschaft, so ergibt sich als einzig sinnvolle Vorgehensweise eine sofortige Verringerung der Treibhausgas-Emissionen, und zwar mit Zielsetzungen deutlich unterhalb denjenigen des Kyoto-Protokolls."
|
|
|