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    Lebenserwartung der Ostdeutschen steigt seit Wende

     

    Lebenserwartung der Ostdeutschen steigt seit Wende Die Zähne zeigen: Äußere Lebensumstände beeinflussen das Lebensalter mit Die Lebenserwartung der Ostdeutschen hat seit der Wende deutlich zugenommen. Wie das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock mitteilte, wurde der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Ost und West von 1989 bis 2002 deutlich kleiner. Bei Frauen im Osten sei sie von 76,3 auf 81,2 Jahre gestiegen, bei Männern dagegen von 69,2 auf 74,7 Jahre. Im Westen fiel der Anstieg schwächer aus: bei Frauen von 79,0 auf 81,4 und bei Männern von 72,7 auf 75,9 Jahre. Damit schließe sich die Schere wieder, die sich seit 1975 geöffnet habe. Zuvor war die Entwicklung der Lebenserwartung in Ost und West fast gleich gewesen. Auch Menschen, die 1989 schon alt waren, konnten von der Veränderung der Lebensumstände profitieren. In dem Informationsblatt "Demografische Forschung Aus Erster Hand", das das Rostocker Institut gemeinsam mit dem Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien herausgibt, wurden dazu die Geburtsjahrgänge 1895 bis 1910 betrachtet. Demnach war die Sterbewahrscheinlichkeit, also die Wahrscheinlichkeit, in einem bestimmten Alter seinen nächsten Geburtstag nicht mehr zu erleben, in der DDR deutlich höher als in der alten Bundesrepublik. Inzwischen seien auch hierbei die Unterschiede nur noch gering. Die Verbesserung im Osten führen die Autoren der Studie darauf zurück, dass alte Menschen in der DDR medizinisch nicht so gut versorgt wurden wie im Westen. Ein weiterer Grund sei, dass mit Einführung des westdeutschen Rentensystems, von dem nach der Wiedervereinigung vor allem die Frauen im Osten profitierten, die alten Menschen finanziell besser gestellt wurden. Erfahrungsgemäß sei ein langes Leben eng mit materiellem Wohlstand verbunden. Diese Erkenntnisse sprechen nach Ansicht der Forscher gegen die Annahme, dass die Länge des menschlichen Lebens im hohen Alter nicht mehr beeinflusst werden könne. Derzeit scheint es so, als würde sich die Chance, noch älter zu werden, erhöhen, je älter man wird. Man vermutet, dass die Sterblichkeit ab einer bestimmten Altersgrenze sinkt. Durch ihre akribische Recherche können die Demografen eindeutig belegen, dass einschneidende Veränderungen der aktuellen Lebensumstände die Lebenserwartung enorm beeinflussen können. Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung weißt die Politik darauf hin, welche Konsequenzen eine alternde Bevölkerung haben wird: Deutschlands Bevölkerung wird bis 2050 von derzeit über 82 auf knapp 75 Millionen Menschen zurückgehen. Das liegt daran, dass zu wenig Kinder geboren werden. Diejenigen, die heute nicht geboren werden, können morgen selbst keine Kinder bekommen. Noch schwerwiegender als die Veränderung der Einwohnerzahl ist nach Meinung von Fachleuten die Überalterung. So wird in Nordrhein-Westfalen die Zahl junger Menschen im Schulalter bis 2020 in allen Regionen des Landes um durchschnittlich fast 19 Prozent sinken, während die Zahl der Über-75-Jährigen um durchschnittlich mehr als 50 Prozent zunimmt. Um der Frage nachzugehen, warum wir immer älter werden, stürzt man sich am Max-Planck-Institut für demografische Forschung auf alte Ortsregister und sammelt statistische Informationen. Untersucht werden aber auch die Zähne von Menschen, die vor der Einführung von Kirchenbüchern oder Standesämtern starben. Anhand des Zahnzements, der die oft viele hundert Jahre alten Zähne einst im Kiefer verankert hat, lässt sich ablesen, wie alt ein Mensch geworden ist. So lässt sich die Lebenserwartung früherer Epochen herausfinden.



     
      URL: http://www.3sat.de
    21.08.2005
    12 : 15


     
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