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    Bundestag: Doppeltes Spiel auf Kosten des Urwalds

     

    25 Greenpeacer sind am frühen Dienstagmorgen am Verwaltungsgebäude des Bundestags in der Berliner Luisenstraße aktiv geworden. Sie protestierten gegen den Einbau von 500 Fenstern aus Urwaldholz. Die Aktivisten schweißten das Metalltor zur Baustelle zu und sicherten die angelieferten Fenster mit langen Ketten und Absperrband. Details zu diesem Bild anzeigen Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen den Einbau von Fenstern aus Urwaldholz in das Verwaltungsgebäude des Bundestages in der Luisenstraße. Sie haben das Metalltor zur... Für die Herstellung von Fenstern aus Merantiholz werden in Südostasien die letzten Urwälder vernichtet - und damit auch der Lebensraum der Urang Utans. Meranti wächst vorwiegend in Indonesien und Malaysia. Indonesien kann in Sachen Abholzung geradezu als Krisengebiet bezeichnet werden. In keinem anderen Land der Welt wird der Urwald so schnell zerstört. Ein solches Werk der Zerstörung auch noch aus öffentlichen Mitteln zu fördern, zeugt von erstaunlicher Ignoranz. Sandra Pfotenhauer, Waldexpertin von Greenpeace, wirft dem Bundestag doppeltes Spiel vor: "Einerseits wird ein Urwaldschutzgesetz erarbeitet, andererseits wird Holz aus Urwaldzerstörung für ein Verwaltungsgebäude verwendet." Greenpeace hat schon vor drei Wochen gegen den Einbau der Merantiholzfenster protestiert und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) aufgefordert, Holzfenster aus ökologischer Waldnutzung einbauen zu lassen. Ein Bundestagssprecher bezeichnete die Greenpeace-Aktion daraufhin als "unsinnig" und behauptete, dass Holz stamme aus "Plantagen oder nachhaltiger Waldbewirtschaftung". So einfach lässt sich Greenpeace nicht abspeisen. "In Südostasien wird der Großteil des Holzes illegal eingeschlagen, das Fälschen von Exportpapieren ist dort gängige Praxis", so Pfotenhauer. In Indonesien gibt es abgesehen von zwei FSC-zertifizierten Forstbetrieben weder Merantiplantagen noch eine nachhaltige Waldwirtschaft. Das Siegel des FSC (Forest Stewardship Council) ist der einzig glaubwürdige Nachweis dafür, dass Holz aus ökologisch und sozial gerechter Waldwirtschaft stammt. Die Fenster, die für das Bundestagsverwaltungsgebäude geliefert wurden, sind nach Greenpeace-Recherchen nicht FSC-zertifiziert. Noch immer sind in Deutschland Import und Handel mit Holz aus illegalen Quellen und Urwaldzerstörung nicht verboten. Zwar hat der Bundestag von der Bundesregierung ein Urwaldschutzgesetz gefordert, die Abstimmung der Ministerien steht aber noch aus. Greenpeace fordert die künftige Bundesregierung auf, das Gesetz zu verabschieden und eine Beschaffungspolitik auf den Weg zu bringen, die eine Verwendung von Holz aus ökologischer Waldnutzung vorschreibt.



     
      URL: http://www.greenpeace.de
    07.09.2005
    16 : 16


     
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