| |
Blüten, Holz von Pappeln und Weiden sowie Stroh können den Raps ersetzen
"Biomass to liquid" (BTL) ist ein neuer pflanzlicher Kraftstoff, der für die Umwelt besser als Bio-Diesel sein soll. Zudem ist er für einen neuartigen Motor geeignet: den Diesotto, der die Vorteile von Benzin- und Dieselmotor in sich vereint. Mercedes und Volkswagen arbeiten derzeit an diesem Motor. Beim Biokraftstoff BTL wird die Biomasse durch thermochemische Vergasung zersetzt, das entstehende Synthesegas gereinigt und zum Sprit verflüssigt. So ließen sich 40 Prozent des Bedarfs decken.
Das große Spektrum der voll einsetzbaren Stoffe - nicht nur Blüten - reicht von angebauten Energiepflanzen über schnell wachsendes Holz wie von Pappeln und Weiden bis hin zu Reststoffen wie Stroh, Restholz und Bioabfällen. Der BTL-Sprit kann ohne Veränderung der Motoren und der Tankstellen-Anlagen dem herkömmlichen Kraftstoff beigemischt werden.
Erst später rechnen Fachleute mit einem 100-Prozent-Einsatz. Heutiger Biodiesel - meist auf Rapsbasis -, der wie Bioethanol - aus Zucker, Getreide, Kartoffeln - eher als Übergangslösung im Spritbereich angesehen wird, ist auch in seinem Beimischungsanteil steuerfrei. Die Befreiungsregelung, die bis 2009 befristet ist, würde auch für den BTL-Sprit gelten. Aus dem Bundesagraretat fließen jetzt erste Millionen-Beträge für die neue BTL-Technologie.
Die Bundesregierung schätzt, dass bei Ausnutzung aller Reserven 8,5 Prozent des gesamten Primärenergieverbrauchs technisch durch Biomasse-Verfahren zu decken sind. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) erwartet, dass pro Hektar Fläche wenigstens 3300 Liter BTL-Treibstoff erzeugt werden kann.
|
Zum Vergrößern anklicken!

|
|