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Den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) und ihr Chef Mohammed ElBaradei. Der Preis wird ihnen für ihre Bemühungen verliehen, "die Nutzung der Atomenergie für militärische Zwecke zu verhindern", teilte das Nobelkomitee in Oslo mit. "In einer Zeit, in der die Bedrohung durch Atomwaffen wieder einmal wächst, will das norwegische Nobelkomitee die Tatsache unterstreichen, dass dieser Bedrohung durch eine möglichst breite Zusammenarbeit begegnet werden muss", sagt Ole Danbolt Mjoes, der Präsident des Nobelkomitees. "Wir wollen mit diesem Preis dem Kampf gegen Atomwaffen neuen Auftrieb geben", betonte Mjoes.
Friedliche Nutzung von Kernenergie
Die IAEO wurde 1957 als unabhängige Organisation innerhalb der Vereinten Nationen gegründet. Sie soll die friedliche Nutzung der Kernenergie und die Einhaltung des Ende der 60er Jahre geschlossenen Atomwaffensperrvertrages überwachen. Die in Wien ansässige Organisation engagiert sich derzeit vor allem bei den Bemühungen um ein Stopp der Atomprogramme in Nordkorea und Iran. Die UN-Organisation zeigte sich kritisch gegenüber dem Beschluss der USA zur Invasion des Iraks wegen dort angeblich gelagerter Massenvernichtungswaffen. Sie hatte dort keine solchen Waffen gefunden.
Der Ägypter ElBaradei leitet die Wiener Organisation seit 1997 und setzt sich unermüdlich für ein Ende der Weiterverbreitung von Atomwaffen ein. Ende September wurde der 63-Jährige für eine dritte Amtszeit zum Chef der IAEO gewählt. ElBaradei galt bereits im Vorfeld als Favorit. Das vom norwegischen Parlament ernannte fünfköpfige Komitee wählte den IAEO-Chef aus 199 Kandidaten aus, die seit Februar auf einer geheim gehaltenen Liste stehen.
Auch Ahtisaari war FavoritAls Favorit hatte auch der finnische Ex-Präsident Martti Ahtisaari gegolten. Er stand für seine Vermittlung des Friedensabkommens mit den Rebellen von Aceh in Indonesien hoch im Kurs. Vorgeschlagen waren auch die US-Politiker Sam Nunn und Richard Lugar. Beide wirken seit den neunziger Jahren für die Beseitigung von Atomwaffen in der früheren Sowjetunion.
Im vergangenen Jahr erhielt die kenianische Umweltministerin Wangari Maathai den Preis, im Jahr davor die iranische Menschenrechtsanwältin Schirin Ebadi. Der bislang letzte Deutsche, der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, war 1971 Willy Brandt.
Für die Verbrüderung der Völker
Der Stifter der Preise, der schwedische Erfinder und Industrielle Alfred Nobel, wollte, dass mit dem Friedensnobelpreis derjenige ausgezeichnet wird, "der am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker gewirkt hat". Der Preis ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert und wird traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896), überreicht.
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![Tagesschau: Flagge der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO]](./_bilder/220_0-1307-oid1965506-00_small.jpg)
Flagge der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO]
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