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Verschiebung der tektonischen Platten Ursache des Erdbebens
Das schwere Erdbeben vom Samstag, 8. Oktober 2005 hat Kaschmir stark verwüstet. Bereits vor dem Beben der Stärke 7,6 auf der Richter-Skala war die Grenzregion als erdbebengefährdet bekannt, da hier die eurasische und die indische Erdplatte aufeinander treffen. Die langsame, aber stetige Verschiebung dieser tektonischen Platten ist ein massiver geologischer Kraftakt, der vor mehreren Millionen Jahren die Achttausender-Gipfel des Himalaya-Gebirges auftürmte und gewaltige unterirdische Spannungen erzeugt.
Diese entladen sich regelmäßig in zum Teil schweren Erdbeben. Nach der indischen Einteilung gehört Kaschmir neben anderen Regionen am Himalaya zu den Gebieten mit dem höchsten Erdbebenrisiko, zur "Zone V". Damit wurde die Erdbebengefahr für die Kaschmir-Region noch höher eingeschätzt als für die westindische Provinz Gujarat, in der im Jahr 2001 bei einem Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richter-Skala mehr als 20.000 Menschen starben.
Geologen hatten mit dem jüngsten Erdbeben gerechnet. Bei der Messung der unterirdischen Spannungen hatten sie in den vergangen Jahren eine Zunahme der seismischen Aktivitäten der Erdplatten unter Kaschmir registriert. Die daraufhin laut gewordenen Forderungen nach einer erdbebensicheren Bauweise in der Kaschmir-Region wurden jedoch nicht umgesetzt. Weiterhin wurden vier- bis fünfstöckige Häuser aus Lehmziegeln errichtet, so dass das Ausmaß des jüngsten Bebens umso schrecklicher ist. Besonders verheerend war das Erdbeben von Samstag auch deshalb, weil das Epizentrum des Bebens nach Messungen von japanischen und US-Forschungsinsituten in Kaschmir nicht sehr tief unter der Erdoberfläche lag.
Erdbeben hat 100 Kilometer langen Bruch aufgeworfen
Mit deutlichen Schäden durch das schwere Erdbeben in Südasien muss nach Ansicht des Leiters der Seismologie am Geo- Forschungsinstitut in Berlin, Professor Jochen Zschau, noch in 200 bis 300 Kilometer um das Epizentrum gerechnet werden. "Das Beben hat einen Bruch von 100 Kilometer Länge aufgeworfen", sagte Zschau. "Längs dieses Bruchs können überall schlimme Dinge passiert sein." Auch wenn das Epizentrum in einer kaum besiedelten Gebirgsregion liege, könnten doch in weit entfernten Dörfern Tausende von Menschen zu Tode gekommen sein.
Die tödlichsten Beben der vergangenen zehn Jahre
26. Dezember 2004: Mehr als 220.000 Menschen in Ländern rund um den Indischen Ozean sterben durch den Tsunami. Auslöser für die Riesenwelle ist ein Seebeben vor der indonesischen Insel Sumatra. Es hat eine Stärke von mehr als neun auf der Richter-Skala.
26. Dezember 2003: Bei einem Beben in der iranischen Stadt Bam mit einer Stärke von 6,7 auf der Richter-Skala sterben mehr als 31.000 Menschen. Fast 18.000 weitere werden verletzt, 5000 Kinder werden zu Waisen. Bis heute ist die Stadt an der historischen Seidenstraße stark zerstört.
21. Mai 2003: In Nordafghanistan kommen bei einem Beben der Stärke 6,0 auf der Richter-Skala bis zu 4800 Menschen ums Leben.
26. Januar 2001: Mehr als 20.000 Menschen sterben und 160.000 weitere werden verletzt, als im westindischen Bundesstaat Gujarat die Erde mit einer Stärke von 7,9 auf der Richter-Skala bebt.
17. August 1999: Im Nordwesten der Türkei kommen bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 auf der Richter-Skala mehr als 15.600 Menschen ums Leben, 25. 000 Menschen werden verletzt.
30. Mai 1998: In Nordostafghanistan werden bis zu 4000 Menschen bei einem Beben getötet.
10. Mai 1997: Bei einem Erdstoß im Osten des Iran sterben 1600 Menschen.
17. Januar 1995: In der japanischen Region von Kobe und Osaka kommen 6400 Menschen bei einem Erdbeben ums Leben.
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