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    Europa rüstet sich allmählich gegen die Vogelgrippe

     

    Die EU will das Importverbot von lebendem Federvieh aus der Türkei verlängern "In Europa ist die Impfung gegen die Vogelgrippe grundsätzlich gesetzlich verboten, weil man durch den gemeinsamen Binnenmarkt im Falle einer Impfung Handelbeschränkungen befürchten muss", erläutert Volker Moennig von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. "Aber es sind Ausnahmen möglich: eine Notimpfung." Der Vogelgrippe-Verdacht in Rumänien hat sich Angaben der EU bislang nicht bestätigt. Alle bisher untersuchten Proben der verendeten Tiere seien negativ auf das Virus getestet worden. Die Europäische Union (EU) will das Importverbot von lebendem Federvieh aus der Türkei verlängern. Angestrebt werde eine Ausweitung bis April 2006, sagte ein Kommissionssprecher. Am Montag, 10. Oktober 2005 hatte die EU-Behörde nach dem Auftreten erster Vogelgrippe-Fälle in der Türkei ein Importstopp für lebende Vögel und Federn aus dem EU-Anwärterstaat verhängt. Das Embargo ergänzt ein früheres Einfuhrverbot für nahezu alle Geflügelprodukte. "Man kann das fordern", sagt Moennig. "Ob eine Verwirklichung auch nur annähernd möglich ist, das ist dahin gestellt: Man muss leider davon ausgehen, dass sehr viel in die Europäische Union eingeführt wird, was eigentlich illegal ist." Im Nordwesten des Landes waren fast 2000 Truthähne auf einer Geflügelfarm an Vogelgrippe verendet. Die Türkei tötete daraufhin Tausende Vögel, um eine Ausbreitung zu verhindern. Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) appellierte an alle Staaten, sich auf den Ausbruch einer Grippe-Pandemie wie 1918 vorzubereiten, und warnte vor "gewaltigen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen". Übertragung: Das Vogelgrippe-Virus wird vor allem bei engem Kontakt mit infizierten Hühnern, Enten oder Gänsen übertragen. Die Tiere scheiden den Erreger über Kot und Sekrete aus. Reisende sollten daher auf den Besuch von Vogel- und Geflügelmärkten in den betroffenen Ländern verzichten. Da das Virus beim Erhitzen zerstört wird, ist eine Ansteckung über das Essen unwahrscheinlich. Die EU hat zudem umfassende Importverbote für Geflügel und Geflügelprodukte aus den betroffenen Ländern erlassen. In Vögeln aus Deutschland wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen. Erkrankungs- und Todesfälle: In den vier Ländern Indonesien, Vietnam, Thailand und Kambodscha, wo Menschen besonders nah mit Geflügel zusammenleben, haben sich bereits einige infiziert. Vom Auftreten des Virus Ende 2003 bis 10. Oktober 2005 hat die Weltgesundheits-Organisation (WHO) insgesamt 117 Erkrankungsfälle bestätigt, 60 Menschen davon sind gestorben. Die bei weitem meisten Fälle hat Vietnam. Einschleppung: Wildvögel tragen auch in Deutschland Vogelgrippe- Viren in sich, allerdings wurde noch nicht der besonders gefährliche Erreger H5N1 nachgewiesen. Die Gefahr einer Einschleppung des Erregers H5N1 geht nach Meinung des zuständigen Friedrich-Loeffler- Instituts vor allem von illegalen Transporten aus. Bei Zugvögeln sei die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Einschleppung aus Rumänien und der Türkei nach Deutschland momentan gering bis mäßig. Schutz für Menschen: In Deutschland gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff für Menschen gegen die Vogelgrippe. Es gibt Medikamente, die bei Einnahme zu Beginn einer Grippe die Vermehrung der Viren stören. Die meisten Experten nehmen an, dass die Neuraminidasehemmer Tamiflu und Relenza auch bei erkrankten Menschen mit Vogelgrippe helfen. Deutschland hat mehrere Millionen Dosen der Medikamente geordert. "Supervirus": Die WHO befürchtet, dass sich der Erreger der Vogelgrippe mit dem der menschlichen Grippe vermischt und so ein «Supervirus» entsteht, das eine weltweite, extrem gefährliche Grippeepidemie auslösen könnte. Ein solches Virus wurde bislang noch nicht nachgewiesen.



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      URL: http://www.3sat.de
    12.10.2005
    17 : 39


     
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