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    Gentechnik bedroht wichtigste Nutzpflanze der Welt

     

    17 Organisationen aus 10 asiatischen Ländern haben am Freitag ein weltweites Verbot von Gen-Reis gefordert. Anlass für die gemeinsame Erklärung ist der Welternährungstag am 16. Oktober. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto Landwirtschaft und interkultureller Dialog - eine Würdigung des Beitrags, den die verschiedenen Kulturen weltweit für die Ernährung der Menschen geleistet haben. Rund drei Milliarden Menschen, zwei Drittel davon in Asien, ernähren sich überwiegend von Reis. Damit ist Reis die wichtigste Nutzpflanze der Welt. Seit tausenden Jahren spielt er eine zentrale Rolle im kulturellen und sozialen Leben Asiens. Er ist Teil religiöser Zeremonien. Sein Anbau prägt ganze Landstriche. Die Wiege des Reises ist China. Von dort hat er seinen Weg über ganz Asien und sogar bis nach Europa gefunden. Asiatische Bauern haben über die Jahrhunderte hinweg zehntausende Reissorten gezüchtet, angepasst an die natürlichen lokalen Verhältnisse, an ökonomische und kulturelle Bedürfnisse. Diese Vielfalt und züchterische Leistung ist heute bedroht. Internationale Gentechnikkonzerne wie Monsanto, Bayer und Syngenta drängen mit Macht auf den riesigen asiatischen Markt. Ausgerechnet China leistet dieser Entwicklung Vorschub und treibt den Anbau von Gen-Reis voran. Die chinesische Huazhong Agriculture Universität hat bereits jahrelang größflächig Freilandversuche durchgeführt. Als Argument für den Gen-Reis müssen Armut und Hunger herhalten. Ein mehr als fragwürdiges Argument, denn gerade im Kampf gegen den Hunger spielt die Artenvielfalt eine Schlüsselrolle. Die grüne Gentechnik aber stellt eine der größten Gefahren für die Artenvielfalt dar. Chinesische Wissenschaftler haben festgestellt, dass Gen-Reissamen allein durch den Wind rund 110 Meter weit verteilt werden. Damit ist eine Kontaminierung des konventionell angebauten Reises auf Nachbarfeldern praktisch unvermeidlich. Ein weiteres Risiko ist der steigende Pestizideinsatz. Angeblich sollen Gen-Pflanzen, die ein Gift gegen Schädlinge enthalten, zu einem geringeren Bedarf an Pestiziden führen. Doch das gilt nur für die ersten Jahre. Erfahrungen in Ländern wie USA und Argentinien zeigen, dass Menge und Stärke der versprühten Pestizide schon nach wenigen Jahren deutlich ansteigen: Die Schädlinge bilden Resistenzen aus. Die 17 asiatischen Organisationen fordern deshalb die Welternährungsorganisation FAO auf, ihre Unterstützung des Gen-Pflanzenanbaus zu stoppen und stattdessen nachhaltige und ökologisch sichere Anbaumethoden zu unterstützen. "Wir können nicht zulassen, dass ein paar Biotech-Konzerne und -forscher über die Zukunft des Reisanbaus bestimmen", warnt Varoonvarn Svangsopakul vom südostasiatischen Greenpeace-Büro. "Gen-Reis löst das Problem des Hungers in der Welt nicht. Er gefährdet Umwelt und Gesundheit. Er bedroht die Existenzgrundlage der Menschen. Das ist unannehmbar."



     
      URL: http://www.greenpeace.de
    16.10.2005
    14 : 32


     
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