| |
Internet-Plattform soll illegalen Import bedrohter Tiere und Pflanzen in die EU erschweren
Brüssel/ Frankfurt a. M., 18.10.2005: Jedes Jahr werden tausende vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen aus aller Welt illegal in die EU geschleust. Im Kampf gegen den Artenschmuggel bekommen Polizei, Zoll und EU-Behörden seit heute Unterstützung durch das Internet: Die Online-Plattform „EU-TWIX“ (Trade in Wildlife Information eXchange) soll den Informationsfluss zwischen den EU-Artenschützern beschleunigen und so den verbotenen Handel erschweren.
„Artenschmuggler sind raffiniert. Ständig entwickeln sie neue Ideen, um bedrohte Tiere, Pflanzen und verbotene Produkte, zum Beispiel aus Elfenbein, am Zoll vorbeizuschleusen“, sagt WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. „Damit gefährden sie den Bestand der Arten und können Krankheiten wie den Vogelgrippevirus einschleppen.“ TWIX sei deshalb doppelt wichtig. „Die Behörden hinken den Schmuggeltricks immer einen Schritt hinterher. Jetzt können sich Beamte und Experten europaweit schneller über die neuesten Finten und Routen austauschen, um den Kriminellen das Handwerk zu legen.“
Europa zählt zu den größten Umschlagplätzen für gefährdete Arten – ein Millionengeschäft für Schmuggler. Allein am Frankfurter Flughafen haben Zollbeamten in diesem Jahr bislang über 5.000 lebende Wildtiere aus aller Welt beschlagnahmt – Schildkröten, Schlangen, Frösche und Papageien genauso wie Spinnen. Hinzu kommen illegale Produkte, beispielsweise Taschen aus Schlangen- oder Krokoleder. „Im Europa ohne Grenzen blüht der Schwarzmarkthandel mit bedrohten Arten, trotz internationaler Schutzabkommen. Viele Tiere und Pflanzen werden das laufende Jahrzehnt nicht überleben, wenn wir den Schmuggel nicht in den Griff bekommen“, warnt WWF-Experte Homes.
Entwickelt wurde die Internet-Plattform TWIX von belgischen Zoll-, Polizei- und Naturschutzbehörden sowie dem Netzwerk TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und Weltnaturschutzunion IUCN zur Beobachtung des Wildartenhandels. Zugänglich ist TWIX ausschließlich für ausgewählte Beamte der 25 EU-Mitgliedsstaaten, darunter Zoll-, Polizei-, Umweltbehörden und Tierärzte. Zugriff haben außerdem Interpol, Europol, die Weltzollorganisation und die EU-Kommission.
|
Zum Vergrößern anklicken!

|
|