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Öko-Institut zieht Bilanz 25 Jahre nach erster Studie zu alternativer Energieversorgung.
Vor einem Vierteljahrhundert erschien die Studie des Öko-Instituts, die zu einer Energiewende aufrief – weg von fossilen Brennstoffen und weg von der Atomenergie. Und die trotzdem Wohlstand und Wachstum versprach, auch bei einer ganz anderen Energieversorgung als damals als vermeintlich unbedingt notwendig angesehen wurde. Damals wurden die Wissenschaftler des Öko-Instituts ausgelacht – heute kommt man guten Gewissens an ihren Erkenntnissen nicht mehr vorbei.
Zeit für das Öko-Institut, eine „Spurensicherung“ vorzunehmen und zu überprüfen, was aus der damaligen Prophezeiung, in 50 Jahren die Energiewende schaffen zu können, geworden ist. „Halbzeit“ – 25 Jahre Energiewende“ hieß deshalb die Veranstaltung, zu der das Öko-Institut zusammen mit der Heinrich-Böll-Stiftung in deren Räume am Hackeschen Markt in Berlin einlud.
„Die Koalitionsverhandlungen zeigen, dass es nicht einfach ist aus der Atomkraft auszusteigen“, so Barabara Unmüßig vom Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, „und die Benzinpreise zeigen, wie visionär die Studie 1980 war“. In Teilen der Gesellschaft, so der Leiter der Klimaabteilung im Öko-Institut, der Physiker Uwe C. Fritsche, sei die Alternative des Energiemixes jenseits von Atomkraft und fossilen Brennstoffen immer noch umstritten. Damals jedoch wurden die Vertreter einer alternativen Energieversorgung von Wissenschaftkollegen geradezu lächerlich gemacht, erinnerten sich die Gründer des Öko-Instituts während der Tagung.
Doch die Grundsätze aus den Studien des Öko-Instituts zur Energiewende von 1980 und 1985 haben sich bewährt. Die Tagungsteilnehmer betonten nach wie vor die großen drei E: Erneuerbare Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz. Fritsche bezifferte die Möglichkeiten zur Energieeinsparung durch effizientere Technik und mehr Dämmung im Wärmebereich und hauptsächlich der Gebäudedämmung auf bis zu 60 Prozent. Mit einer besseren Wäremdämmung im gebäudealtbestand ginge mit der Energieeinsparung gleich auch noch ein Silberstreif für die Bauindustrie und das Bauhandwerk einher. Kraftstoffeinsparungen im Transport seien bei einer mehr am geringen Verbrauch orientierten Technologie um bis zur Hälfte möglich und Strom lasse sich durch intelligente Lösungen bei Kühlung und Klimatisierung um bis zu ein Drittel sparen. Dass die Versorgungssicherheit für die deutsche Industrie nur durch Atomkraft zu gewährleisten sei, bezeichnete Frische als "eine Chimäre" und verwies auf heimische Kohle, auf Biomasse und Kraft-Wäre-Kopplung. Insgesamt werde das Angebot an Energiesparmöglichkeiten immer größer, doch die Nachfrage und die Vermarktung müssten gesteigert werden.
Deshalb rief Ralf Fücks vom Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung dazu auf, öffentlichen Druck in der Energiepolitik zu machen, „damit die große Koalition nicht mit dem Hintern einreißt, was Rot-Grün mühsam aufgebaut haben“.
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