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WWF lobt Beschluss zur Schiffssicherheit und Einstieg in grenzübergreifende Bildung, kritisiert aber fehlenden Schutz der Schweinswale
Schiermonnikoog/ Frankfurt a.M., 03.11.2005: Fortschritte bei der Sicherheit im Schiffsverkehr und der grenzübergreifenden Umweltbildung, aber Stagnation beim Walschutz: Auf diese Formel lassen sich aus Sicht des WWF die Ergebnisse der 10. Watten-meerkonferenz bringen. Einen Tag lang berieten die Umweltminister Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande auf der holländischen Wattenmeerinsel Schiermonnikoog über die Zukunft eines der bedeutendsten Feuchtgebiete der Welt. Die wichtigsten Resultate:
Mehr Sicherheit vor Schiffsunfällen will die Ministerkonferenz durch eine Reihe von Maßnahmen erreichen. Dazu gehören die Verfügbarkeit von Notschleppern, die tägliche Zusammenarbeit der Küstenwachbehörden, eine besser abgestimmte Raumplanung zwischen den Ländern sowie Vorkehrungen für Notliegeplätze. „Der WWF begrüßt, dass zusätzliche Kollisionsrisiken durch Offshore-Bauten, zum Beispiel Windkraftanlagen, durch entsprechende Vorsorge kompensiert werden müssen“, lobt WWF-Wattenmeerexperte Hans-Ulrich Rösner.
Grenzübergreifende Bildung soll in der Region künftig eine größere Rolle spielen. Dazu wird die „Inter-nationale Wattenmeerschule“ eingeführt: Schulklassen sollen auf Klassenfahrten das Wattenmeer eines ihrer Nachbarländer erkunden. „Das ist nach der erfolgreichen Testphase in den vergangenen beiden Jahren ein konsequentes Bekenntnis zur Umweltbildung“, kommentiert WWF-Experte Rösner zufrieden. „So wird die junge Generation in die politische Zusammenarbeit eingebunden.“
Die Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe soll für einen großen Teil des Wattenmeeres beantragt werden. „Leider sind zunächst nur die Wattenmeergebiete von der Eider in Schleswig-Holstein bis Den Helder in den Niederlanden dabei. Der WWF hofft, dass sich auch der Kreis Nordfriesland und Dänemark im Laufe des Bewerbungsverfahrens noch anschließen werden“, sagt Rösner.
Das Wattenmeer-Forum wird fortgesetzt. In dem Forum sind von der Hafenwirtschaft über Kommunen bis zu Umweltverbänden alle wichtigen Interessengruppen der Wattenmeer-Region vertreten. „Damit kann auch in den ans Wattenmeer grenzenden Gebieten eine sozial- und umweltverträgliche Entwicklung erreicht werden – das ist dem WWF wichtig“, betont Rösner.
Kritik äußert der WWF daran, dass keine Beschlüsse zum Schutz des heimischen Schweinswales gefasst wurden. „Dänemark hat ein Verbot der gefährlichen Stellnetze im Walschutzgebiet vor Sylt blockiert. Dadurch ist auch eine EU-Zustimmung zum Stellnetzverbot in weite Ferne gerückt“, bemängelt WWF-Experte Rösner.
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