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Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft hat seine Zahlen über die im Jahr 2004 getöteten Tiere in Tierversuchen veröffentlicht. Im Jahr 2004 wurden in Deutschland 2.265.489 Tiere in Tierversuchen getötet. Dies entspricht einem Anstieg um 7,3 Prozent oder 153.148 Tieren gegenüber dem Vorjahr.
Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte stellen diese nun auch angesichts der Festschreibungen im Koalitionsvertrag einen unverzüglichen Handlungsauftrag für die Regierung dar. Dr. Corina Gericke, Fachreferentin des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte: "Seit 1991 sind nicht mehr so viele Tiere in Tierversuchen verbraucht worden". Zwar werden seit 2000 mehr Tiere als zuvor erfasst, z.B. auch solche, die für Organentnahmen getötet werden, jedoch lag seit Einführung dieser neuen statistischen Erfassung die Zahl nie so hoch wie 2004.
Der jüngste Anstieg der Tierversuchszahlen gewinnt gerade vor dem Hintergrund der Koalitionsvereinbarungen an aktueller Brisanz. Die Koalitionspartner sprechen sich für eine zügige Weiterentwicklung von Ersatzmethoden aus, damit der Tierversuch nicht automatisch zur Risikobewertung von Stoffen herangezogen würde.
Damit die Koalitionsvereinbarung in dieser Legislaturperiode Wirklichkeit würde, müsse die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Bundesländern unverzüglich die Förderung tierversuchsfreier Verfahren in Angriff nehmen. Die Einrichtung von Lehrstühlen für Ersatzmethoden zum Tierversuch sei hierbei ein unverzichtbarer erster Schritt. "In Zeiten von Hartz IV und Mehrwertsteuererhöhung, wo an allen Ecken und Enden gespart wird, dulden wir nicht, dass neue Tierversuchsanstalten mit zweistelligen Millionenbeträgen bezuschusst werden, während die tierversuchsfreie Forschung auf der Strecke bleibt", so Dr. Corina Gericke.
Neue, aus öffentlichen Geldern finanzierte Tierversuchslabors entstehen zurzeit in Erlangen, Mainz, Jena, Freiburg, Würzburg und Mannheim.
Einen Lichtblick sehen die Ärzte gegen Tierversuche im Bereich der gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuche. Ihr Anteil sank von 22,7 % im Jahr 2003 auf 17,3 % im Jahr 2004. "In diesem Bereich ist dank des Einsatzes tierversuchsfreier Testmethoden seit Jahren ein Rückgang zu beobachten", erklärt Gericke. Daran ließe sich auch erkennen, dass eine verstärkte Entwicklung und Anerkennung tier- versuchsfreier Verfahren unbedingt erforderlich sei.
Die Ärzte gegen Tierversuche setzen sich für medizinischen Fortschritt ohne Tierversuche ein. Dieser ist zum Beispiel durch Verwendung von Zellkulturen mit menschlichem Gewebe zu erreichen sowie durch die Stärkung von Disziplinen wie Prävention von Krankheiten, Bevölkerungsstudien, klinische Forschung, Sozial- und Arbeitsmedizin sowie Naturheilkunde.
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