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    Seit Herbst 2002 lässt foodwatch jedes Jahr Lebkuchen und Spekulatius auf ihren Gehalt an Acrylamid testen. Die regelmäßige Veröffentlichung der Testergebnisse durch foodwatch zeigt jetzt Wirkung. Nachdem 2004 vor allem Spekulatius stark mit der krebsverdächtigen Substanz belastet waren, haben sich nach Angaben der Verbraucherorganisation, diese durch die Bank verbessert. Die Belastung von Lebkuchen sei zwar insgesamt recht niedrig, doch die Hälfte schneide schlechter ab als im Vorjahr. Das getestete Spekulatius-Produkt der Firma Borggreve beweise, dass deutliche Verbesserungen möglich seien. Bei Lebkuchen ignoriere der Hersteller Bahlsen den Stand der Technik. Alle von Bahlsen getesteten Produkte weisen in den foodwatch-Untersuchungen höhere Werte als im Vorjahr auf. Die sonst bei foodwatch-Tests gut abschneidenden Lebkuchen von Lidl sind schlechter als im Vorjahr. Besser ist das Resultat von Lambertz Schoko-Printen: 76 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm sind erheblich besser als in den Vorjahren. foodwatch fordert Kennzeichnung "Die Veröffentlichung der Testergebnisse zeigt Wirkung", stellt Barbara Hohl von foodwatch fest. Doch immer noch würden den Verbrauchern unnötige Acrylamid-Mengen zugemutet, weil eine verpflichtende Kennzeichnung fehle. Zu befürchten sei, dass Produkte, deren Belastungswerte nicht regelmäßig veröffentlicht werden, sehr hoch belastet seien. So stellte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Oktober fest, dass die mittlere Acrylamid-Belastung von allen vermarkteten Spekulatius-Produkten zugenommen hat. Staatliche "Minimierungsstrategie" gescheitert "Die im Rahmen der "Minimierungsstrategie" der Bundesregierung festgelegten "Signalwerte" orientieren sich an den schlechtesten Produkten und sind keine Grenzwerte für die gesundheitliche Unbedenklichkeit", so foodwatch-Sprecherin Barbara Hohl. Für Lebkuchen liegt der Signalwert nach wie vor bei 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Die besten je von foodwatch getesteten Lebkuchen liegen unter 30 Mikrogramm. Eine Veröffentlichung von Testergebnissen mit Nennung der Produktnamen lehne das BVL nach wie vor ab, kritisiert foodwatch. Gleiches gelte für die Angabe der Acrylamid-Belastung auf der Verpackung der betroffenen Lebensmittel. Warum foodwatch testet Acrylamid steht im Verdacht, Krebs auszulösen und erbgutschädigend zu wirken. Deshalb testet foodwatch seit Dezember 2002 regelmäßig exemplarisch die Produktgruppen Weihnachtsgebäck und Kartoffelchips. Die Testergebnisse zeigen, dass verschiedene Produkte sehr unterschiedlich stark belastet sind. Doch Verbraucher haben nicht die Möglichkeit, die am wenigsten belasteten Produkte zu wählen. Messwerte werden nach wie vor von Herstellern und Behörden geheim gehalten. Die staatlichen, so genannten Signalwerte sind so hoch angesetzt, dass sich die Hersteller nicht richtig anstrengen müssen, um den Acrylamid-Gehalt ihrer Produkte maximal zu senken. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) stellt in seinem jüngsten Jahresbericht fest, dass der Verzehr von acrylamidhaltigen Produkten ein ernstzunehmendes Risiko für den Menschen darstelle. Durch die Veröffentlichung der foodwatch-Testergebnisse bekommen die Verbraucher eine Wahlmöglichkeit beim Einkauf. Und es wird dokumentiert, ob die Industrie Anstrengungen un-ternimmt, das Problem Acrylamid in den Griff zu bekommen. Die aktuellen Testergebnisse können kostenlos unter www.foodwatch.de heruntergeladen werden.



     
      URL: http://www.bio.de
    06.12.2005
    14 : 41


     
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