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Die Nacht des Gorillas
Es ist kalt in Berlin, aber was will man machen? Naomi Watts schreit, und deshalb ist man hier: Die einen in dicken Daunenjacken, Mützen und Schals, mit Kameras als verlängertem Auge; die anderen, jenseits der Absperrung, in dünnen Kleidchen und entsprechend festgefrorenem Lächeln. Seit Stunden drängen sich die Fans am roten Teppich des Theaters am Potsdamer Platz, um einen Blick auf die Hauptdarsteller des King Kong-Remakes von Peter Jackson zu erhaschen. Der Riesenaffe lässt sich durch meterhohe Plakatwände vertreten, aber alle anderen sind tatsächlich zur Deutschlandpremiere des Films angereist.
Gleich als erstes erscheint Naomi Watts. Ganz in Schwarz kämpft sie sich auf hohen Absätzen mit Mühe durch den Objektivdschungel und kann dabei ein Humpeln nur schwer verbergen. Ein verstauchter Fuß, so munkelt man – die Engländerin, die im Film so viel rennen muss, greift hin und wieder verstohlen nach Armen und Händen, um sich abzustützen.
Kurz nach Watts kommt Jack Black, der den von der Sensation besessenen Regisseur spielt. Ganz gemütlich und beinahe unerkannt schlendert er in weiter Jacke und Jeans an den Fans und Fernsehteams vorbei. Oscar-Preisträger Adrien Brody gelingt das nicht. Begeistert wird er empfangen, gibt unzählige Autogramme und vermasselt fast einem anderen Oscar-Preisträger – Regisseur Peter Jackson – die Tour. Am längsten hält sich Thomas Kretschmann bei den Fans auf: er genießt es, in heimatlichen Gefilden zu sein. Tags zuvor auf der Premiere in New York waren vor allem die anderen die Stars, hier ist er der Mann der Stunde. Fast unbemerkt von den deutschen Gazetten hat der dreifache Vater und Ex-Schwimmstar es in Hollywood nach ganz oben geschafft. Anders als Kapitän Englehorn, den er im Film verkörpert, setzt sich Kretschmann für wild lebende Arten und die Bewahrung ihres natürlichen Lebensraumes ein. Als WWF-Mitarbeiterin Nina Dohm ihm am Ende des roten Teppichs mit einem kleinen Plüschpanda zuwinkt, seilt Kretschmann sich kurzerhand von seiner Entourage ab, um zu plaudern. Den drängenden Agenten ruft er auf Englisch zu: „Hier geht’s um den WWF, das ist sehr wichtig!“
Das finden auch viele andere deutsche Stars. Detlev Buck schnappt sich sofort einen WWF-Plüschgorilla, um vor der Kamera zu posieren, und setzt damit für den Abend Maßstäbe: Von Barbara Schöneberger und Oliver Korittke über Sarah Kuttner bis zu Wolfgang Joop wollen sie alle mit Panda, Gorilla oder dem WWF-Sticker „King Kong lebt!“ abgelichtet werden. Einige nehmen sich im Partygedränge nach dem dreistündigen Film sogar kurz die Zeit, sich über WWF-Projekte zum Gorillaschutz informieren zu lassen.
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Adrien Brody bei der Premiere in Berlin. In King Kong spielt er den Autor Jack Driscoll
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