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Umweltbundesamt empfiehlt dagegen, auf künstliche Düfte besser zu verzichten
Trotz gesundheitlicher Bedenken von Allergikern werden in der Werbung gezielt Düfte eingesetzt, um das Kaufverhalten zu beeinflussen: In einigen Supermarktabteilungen riecht es nach frischer Pizza oder gemahlenem Kaffee, während die Regale in der Drogerie nach verschiedenen Parfümsorten duften. Über den Duft lässt sich die emotionalste Wirkung erzielen und angeblich der Umsatz steigern. Deshalb werden Düfte entwickelt, die in der Lage sind, authentisch und steuerbar Aromen freizusetzen.
Beduftet werden kann alles mögliche: einzelne Geschäfte, aber auch ganze Supermärkte, Ausstellungen, Cola-Automaten und Eiscremeregale. Duft ist der einzige Sinnesreiz, der ungefiltert sofort ins limbische System geht - dorthin, wo Emotionen entstehen. Er entscheidet unmittelbar über Zustimmung oder Ablehnung, Sympathie oder Antipathie.
Die bislang einzige deutsche Studie bestätigt, dass wir mehr kaufen und länger bleiben, wenn die Beduftung nur knapp unter der Wahrnehmungsschwelle dosiert ist. Besonders Hotels schätzen es, dass bestimmte Raumdüfte unsere Nase blockieren und verhindern, dass wir Zigarettenqualm riechen. In größeren Mengen allerdings sind diese Duftstoffe selbst gesundheitsschädlich. Düfte wie Pfefferminze, Zitrus und Bergamotte sollen angeblich Leistungen steigern und werden deshalb in manchen Betrieben über die Klimaanlage flächendeckend verteilt.
Während sich einige Arbeitnehmer von den Düften beflügelt wähnen, klagen andere über Kopfschmerzen oder Allergien. Weil die Raumluft ohnehin chemisch stark belastet ist, empfiehlt das Umweltbundesamt, auf zusätzliche Chemie durch künstliche Düfte zu verzichten - und stattdessen lieber zu lüften.
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