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Der Komponist habe versucht, mit dem flüssigen Metall die Syphilis zu vertuschen
Wolfgang Amadeus Mozart starb durch das Quecksilber, das er eingenommen hat, um eine in seiner Zeit unentschuldbare Krankheit zu vertuschen: die Syphilis. Das meint zumindest der Grazer Pathologe Prof. Helmut Denk: "Es ist für mich überhaupt nicht ausgeschlossen, dass er damals arsenhaltige Substanzen verwendet hat, um eine Kräftigung zu erreichen." Denn er musste die Krankheit vertuschen; sie war tabu, und wer an ihr litt, wurde aus der Gesellschaft ausgeschlossen.
Das Genie Wolfgang Amadeus Mozart ist bis heute ein Rätsel. Mozarts Vater Leopold, Augsburger Vizekapellmeister und Hofkomponist, entdeckte bald den Marktwert seines Sohnes. Er unterrichtet ihn in Klavier und Komposition, lässt ihn aus dem Stegreif improvisieren, damit der Junge über seine erstaunliche Virtuosität hinaus Eindruck machen konnte.
Mozart spielt mit drei Jahren Klavier, komponiert mit vier kleine Stücke, mit sieben bringt er sich selbst Orgel und Geige bei. Am 1. September 1761 tritt er zum ersten Mal öffentlich in Salzburg auf. Mit 15 war Mozart europäischer Spitzenmusiker. In Wien empfing Kaiserin Maria Theresia den Sechsjährigen. "Der Wolferl ist der Kayserin auf die Schooß gesprungen, sie um den Halß bekommen und rechtschaffen abgeküsst2, berichtet der Vater in einem Brief. Nach diesem ersten Erfolg blieb das Umtriebige das Konstante in Mozarts kurzem Leben. 2Ohne reisen - wenigsten leüte von künsten und wissenschaften - ist man wohl ein armseliges geschöpf!2, schrieb der 22-Jährige aus Paris - trotz der Strapazen in Pferdekutschen ohne Federung und Heizung auf holprigen Straßen.
Im Ausland und dort vor allem in Italien begegnete Mozart einer Reihe damals bekannter Komponisten und Interpreten, die ihm kompositorische Impulse gaben. Besondere Wertschätzung genoss 2Papa2 Joseph Haydn, der ihn mit der beginnenden Wiener Klassik in Kontakt brachte. Mozart widmete ihm sechs Streichquartette und vertraute ihm an: "Dich nehme ich aus, aber alle anderen Compositeurs sind wahre Esel."
Wie in jener Zeit üblich, wurden in größeren Städten Konzerte auf Einladung von Adligen gegeben in der Hoffnung, lohnende Kompositionsaufträge zu ergattern und wenn möglich auch eine feste Anstellung. Doch die bekam Mozart nie. In Salzburg wird er 1772 zwar zum unbesoldeten Konzertmeister der fürsterzbischöflichen Hofmusik ernannt, 1779 gar zum "Hof- und Domorganisten" - viele seiner Kirchenwerke entstehen in dieser Zeit. Doch das Dienstreglement passt dem Künstler nicht. Es kommt zum Zerwürfnis mit dem Arbeitgeber und anschließendem Rauswurf.
Als freischaffender Komponist war Mozart die Ausnahme unter den Musikern. Er zieht 1781 nach Wien. Hier entsteht fast die Hälfte seiner insgesamt 626 Werke. Daneben gibt er Klavierstunden, spielt in Konzerten und veranstaltet eigene Akademien. Erfolge mit Opern stellten sich Schlag auf Schlag ein.
1782 wird das Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" uraufgeführt. Ein Triumph feiern die Da-Ponte Opern "La Nozze di Figaro" (1786) und "Don Giovanni" zwei Jahre später, für den Philosophen Sören Kirkegaard die «Genialität des Sinnlichen". In dieser Zeit entstanden auch die letzten Sinfonien (darunter die "Jupitersinfonie") und Kammermusik wie die "Kleine Nachtmusik". "Die Zauberflöte" wird 1791 zum ersten Mal aufgeführt, in der die Logenbrüder Mozart und der Librettist Emanuel Schickaneder die Freimaurerideale verherrlichen.
Mozarts Jahreseinkommen war fürstlich, sein Lebensstil allerdings auch. Zahlreiche Bettelbriefe zeugen von seiner ökonomischen Talentlosigkeit ebenso wie die seiner Frau Constanze Weber und ihrer Familie. "Die Webers werden im schlimmsten Sinne die 'famille fatale' in Mozarts Leben", beurteilt Biographin Dorothea Leonhart die "liederliche" Familie. Obendrein ist Constanze bei Musikforschern unbeliebt, weil sie zahlreiche Spuren aus Mozarts Leben vernichtete und zusammen mit ihrem zweiten Mann ein Idealbild Mozart kreierte, das erst im 20. Jahrhundert zurecht gerückt wurde.
Das "Requiem" war im Juli 1791 Mozarts letztes Auftragswerk, und er befürchtete schon, es werde die Musik zu seinem eigenen Begräbnis. Ob er am 5. Dezember des selben Jahres tatsächlich nach der gestellten Diagnose "hitziges Frieselfieber" starb oder an den posthum gestellten Befunden Vergiftung, Rheuma, Syphilis oder Herzversagen ist beliebtes Spekulationsobjekt. Mozarts Grab, zunächst unauffindbar, fand inzwischen einen Platz beim Musiker-Ehrengrabmal auf dem Wiener Zentralfriedhof.
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