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    Der globale Protest geht weiter

     

    Drei Tage haben Umweltgruppen und Globalisierungskritiker mit ReferentInnen aus aller Welt diskutiert, um über die Umwelt in der Globalisierungsfalle zu sprechen. Und in einem wesentlichen Punkt sind sie sich einig: Eine andere Umwelt ist möglich. Eine der schärfsten Kritiker George Bushs, der Filmregisseur Michael Moore, konnte zwar nicht wie angekündigt an der Abschlussveranstaltung des McWorld.com Kongress teilnehmen. Dafür zitierte BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt ihn: „Shame on you – Mr. Bush“. Es sei eine Unverfrorenheit, wie der US-Präsident die Armen dieser Welt instrumentalisiere, um letztendlich doch die Interessen der Konzerne seines Landes durchzusetzen, sagte Zahrnt gegenüber den rund 1.500 TeilnehmerInnen und erntete dafür großen Applaus. Ökos und Attacis gehören zusammen Auch Barbara Unmüßig vom Vorstand der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung zeigte sich überwältigt über die Resonanz auf diesem Kongress. Die unterschiedlichen sozialen und ökologischen Bewegungen bräuchten viel mehr politische Orte, auf denen kontroverse Strategie-Debatten geführt würden. Auf dem Kongress sei es gelungen, auch die GlobalisierungskritikerInnen bei Attac für ökologische Themen zu sensibilisieren. McPlanet.com sei ein großer Erfolg, der Kongress habe gezeigt: „Ökos, Attacis und Dritte-Welt-Bewegung gehören zusammen.“ Zugleich warnte sie alle Anwesenden davor, den Blick über den Tellerrand zu verlieren. „Wir dürfen nicht denken, dass wir alleine einen politischen und gesellschaftlichen Paradigmenwechsel schaffen“, rief sie den Anwesenden zu. Nur in breiten Bündnissen sei dies möglich. Dazu gehörte auch die Zusammenarbeit mit Institutionen, Parteien und Parlamenten. Den Bewegungen sei es in den letzten Jahren gelungen, Leitbilder wie soziale und ökologische Gerechtigkeit sowie demokratische Teilhabe in weiten Teilen der Bevölkerung zu verankern. Damit hätten die Bewegungen den Mythos, die neoliberale Globalisierung schaffe Reichtum für alle, angeknackst. Und dennoch stehe der Marktliberalismus nach wie vor auf festen Füßen. Mit Blick auf die WTO-Konferenz in Cancún rief sie dem Publikum zu: „Es darf keine Machtausweitung der WTO geben.“ Gegen ein militärisches Europa Sven Giegold von Attac mahnte ebenfalls: Eine Bewegung braucht immer einen langen Atem. Zugleich habe aber die Geschichte gezeigt, dass soziale Bewegungen stets große gesellschaftliche Veränderungen bewirkt hätten. Er kritisierte, dass auf dem Kongress zum Teil doch „zu viel Amerika-Bashing“ statt fand. „Auch Europa basiert auf Ausbeutung“, sagte das Gründungsmitglied von Attac-Deutschland. Zwar gelte es, auch weiterhin, sich mit den sozialen Bewegungen in den USA zu solidarisieren. Hauptaufgabe sei es aber, gegen die zunehmende Militarisierung Europas vorzugehen: „Wir wollen ein soziales und ökologisches Europa, nicht ein militärisches.“ Giegold hob hervor, dass die Globalisierungskritiker noch einiges von der erfahrenen Umweltbewegung lernen könne: Und das sei vor allem die internationale Kampagnenfähigkeit. Er wies aber auch auf den umgekehrten Lernprozess hin: „Ohne social peace, kein Greenpeace.“ Und auf die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt gerichtet, der er zum letzten Mal vor zehn Jahren begegnete, als er noch selbst als Jugendlicher beim BUND aktiv war: Es liege in der Verantwortung der Leitungsgremien in der Umweltbewegung, dass es nicht wieder zehn Jahre dauert, um zusammen zu kommen. Felix Lee Mehr vom Kongress Das Patent auf geistiges Eigentum – bislang eher bekannt als Berufsschutz für Künstler und Schriftsteller hat sich längst zu einer profitablen Waffe für die Pharmaindustrie entwickelt. TRIPS nennt sich das Abkommen, dass die WTO allen Mitgliedsländern aufgedrückt hat – mit katastrophalen Folgen für die Kleinbauern und Kranken gerade in den armen Ländern. Auf dem falschen Trip Das gut besuchte Forum war hochkarätig besetzt. Auf dem Podium saßen neben den Mitarbeitern verschiedener NGOs auch ein Vertreter der Industrie. Der Moderator Till Bastian, Arzt und Schriftsteller, führte witzig und teilweise recht hintergründig durch die zwei Stunden. Öl - Schmiermittel der Globalisierung The Crisis of the Globalist Project and the New Economics of George W. Bush Eröffnungspanel: Rede von Walden Bello Was hat Sushi mit Globalisierung zu tun? Ein Gedankenspiel, das den Kongress McPlanet.com eröffnete. Ökologie bleibt Mode Umweltzerstörung und Morddrohung gegen kritische Arbeitnehmer: Freiwillige Regelungen reichen schon lange nicht mehr, um die globalen Folgen des Profitstrebens von Konzernen zu begrenzen. Konzerne brauchen Gesetze und öffentlichen Druck Freier Handel für die ganze Welt - gerade die Staaten, die das am vehementesten fordern, schotten ihre Märkte ab: die Industrieländer. Und das zuweilen unter dem Deckmantel sozialer und ökologischer Standards. "Wir wollen nicht gefressen werden“ Eine junge Frau steht an der Kasse und wickelt alle Einkäufe aus, zurück bleibt ein Berg von Zellophan und Papier, sie verlässt erhobenen Hauptes das Geschäft, auf dem Kopf einen geflochtenen Korb: "Reclaim your brain" heißt es im Abspann des Werbespots: Langsamer, weniger, besser, schöner Wohlstand, uneingeschränkte Mobilität und Wachstum für die einen, Umweltverschmutzung, ungerechter Fortschritt und zügellose Großkonzerne für die anderen - das Auto polarisiert. Ist die Autogesellschaft des Westens ein Modell für die ganze Welt? Wie im Westen, so auf Erden: Autos für alle? Ein Apfel, der in einem Kilometer Entfernung geerntet wird, ist teurer als einer, der 10.000 Kilometer weiter weg wächst. Gegen diese Absurdität gibt es ein Mittel und das heißt "Local food systems". Und das betreiben vor allem Frauen: It´s a Man´s World Einige sind "alte Polithasen", andere "blutjunge Anfänger". Aus dem ganzen Bundesgebiet kommen die AktivistInnen zum McPlanet.com. Stimmen vom Kongress



     
      URL: http://www.bund.net
    05.02.2006
    13 : 04


     
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