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Gabriel: Atomkraft ist keine Zukunftstechnologie
Tagung zum Tschernobyl-Jahrestag eröffnet
Als „tragisches Symbol der Energiewende“ hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel den Reaktorunfall in Tschernobyl vor 20 Jahren, am 26. April 1986, bezeichnet. „Tschernobyl hat uns demonstriert, dass die Atomenergie mit prinzipiellen Sicherheitsrisiken verbunden ist“, sagte der Bundesumweltminister zu Eröffnung der Tagung „Tschernobyl 1986-2006: Erfahrungen für die Zukunft". „Heute stehen wir vor einer neuen energiepolitischen Herausforderung, der Bekämpfung des weltweiten Klimawandels. Atomkraft wird uns hierbei nicht helfen. Sie ist keine Zukunftstechnologie, denn sie verhindert Innovation“, betonte Gabriel.
Der Super-GAU in Tschernobyl verseuchte weite Gebiete in Russland, Weißrussland und der Ukraine radioaktiv und machte Sie zum Teil unbewohnbar. Der Unfall brachte großes Leid über viele Menschen in den betroffenen drei Staaten. Die Folgen sind weithin bekannt: Viele Tausend Menschen starben und sterben noch an den Folgen der der Strahlung. 350.000 Menschen mussten evakuiert und umgesiedelt werden. Regionen sind für Generationen unbewohnbar.
Gabriel sagte, die energiepolitische Debatte um die Zukunft der Atomkraft darf nicht davon ablenken das es eine vorrangige Aufgabe bleibt die verheerenden Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zu bewältigen. „Mit 150 Millionen Euro ist Deutschland eines der größten Geberländer, um die Ukraine bei der Umwandlung des zerstörten und verstrahlten Blockes 4 in ein ökologisch sicheres System zu unterstützen.“ Dafür wird der einsturzgefährdete alte Sarkophag aus dem Jahre 1986 stabilisiert und neu ummantelt, was zum überwiegenden Teil westliche Staaten finanzieren. Die Gesamtkosten werden über 1 Milliarde Euro betragen. Gabriel begrüßte die Zusage der Ukrainischen Regierung für eine unverzügliche Verwendung dieser Mittel zu sorgen.
20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe ist die Bekämpfung des weltweiten Klimawandels die zentrale energiepolitische Herausforderung. „Wir müssen jetzt einen zukunftsfähigen Energiemix auf die Beine stellen, weitgehend unabhängig von fossilen und nuklearen Energieträgern wie Öl, Gas und Uran“, so der Bundesumweltminister. Die Zukunft gehöre einer Doppelstrategie der massiven Steigerung der Effizienz, sowohl auf der Verbrauchs- wie auf der Erzeugungsseite und gleichzeitig des weiteren Ausbaus der Erneuerbaren Energien. „In Zukunft werden die Kennzahlen zur Effizienz und zum Anteile der erneuerbaren Energien die Markenzeichen erfolgreicher Volkswirtschaften sein“, so Gabriel.
Deshalb sehe die Koalitionsvereinbarung vor, im Zeitraum von 1990 bis 2020 die Energieproduk-tivität zu verdoppeln. Dies bedeute, durch den Einsatz moderner Technik für die gleiche wirt-schaftliche Leistung nur noch halb so viel Energie aufzuwenden. Zugleich werden erneuerbare Energien immer mehr zu einer tragenden Säule unserer Energiewirtschaft. Im Jahr 2005 haben sie bereits rund 10 Prozent zur Stromerzeugung beigetragen, die deutschen Treibhausgasemissi-onen um über 80 Millionen Tonnen reduziert, die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten gemil-dert und 170.000 Arbeitsplätze gesichert - insbesondere auch in strukturschwachen Regionen. Im Jahr 2020 könnte bereits ein Viertel des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden und so auch zur Versorgungssicherheit beitragen. „Erneuerbare Energien, Energieeffi-zienz und Energieeinsparung, dazu moderne, hocheffiziente und bald auch kohlendioxidfreie Gas- und Kohlekraftwerke: Dieser Energiemix hat !
Zukunft. Und er sichert Arbeitsplätze. Denn dieses Jahrhundert gehört der Energieinnovation“, sagte Gabriel.
Der zweitägige Kongress wird vom Bundesumweltministerium und der Forschungsstelle für Um-weltpolitik der Freien Universität Berlin veranstaltet. Weitere Informationen im Internet unter www.bmu.de. Dort können das Programm der Tagung sowie aktuelle Broschüren zum Tscherno-byl-Jahrestag und zur Energiepolitik abgerufen werden.
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Redaktion: Michael Schroeren (verantwortlich)
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