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Pressemitteilung: Welt im Tropfen
Der Tatort „Nachtwanderer“ in der ARD vom vergangenen Sonntag (8. Oktober) hat bei uns eine rege Zuschauernachfrage und zudem eine öffentliche Diskussion über die Wirkung von Mobilfunkstrahlen ausgelöst: „Der unheimliche Spucke-Test“ titelt die Hamburger Morgenpost, „Handystrahlen sogar im Blut nachweisbar“ schreibt Bild einen Tag später. Es ist erstaunlich, was ein TV-Krimi an Reaktionen und Anfragen auslösen kann.
Das Experiment, das Kommissar Kopper im Zuge seiner Tatortermittlungen durchführte, ist uns bzw. Herrn Prof. Dr. Bernd Kröplin vom Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen (ISD), Universität Stuttgart, vom Prinzip wohlbekannt. Er führt es seit über fünf Jahren an seinem Institut unter einem Dunkelfeldmikroskop durch. Die Ergebnisse werden wir jetzt - wie angekündigt - in der großen interdisziplinären Ausstellung „Welt im Tropfen“ ab dem 16.10.2006 in der Urania Berlin gezeigt.
Kommissar Kopper verdächtigt im „Tatort“ einen Mobilfunkgegner, einen Handymast in die Luft gejagt zu haben. Die Thesen des vermeintlichen Täters lassen Kopper nicht mehr los. Gefährdet der Mast jeden Tag seine Gesundheit? Kopper macht den Speicheltest: Er spuckt vor und nach dem Telefonieren auf einen Spiegel. Die Behauptungen des Mobilfunkgegners bestätigen sich: Unter der Lupe sieht der getrocknete Speicheltropfen jeweils anders aus.
Dieses Experiment haben wir Stuttgarter Wissenschaftler hunderte Mal durchgeführt, allerdings unter einem Mikroskop. „Die Strukturen der entnommenen Tropfen zeigen unter dem Dunkelfeldmikroskop eine andere Struktur als vor dem Handytelefonat“, sagt Prof. Dr.-Ing. Bernd Kröplin. „Wir beobachten diese Phänomene, die sich immer wiederholen lassen, und fotografieren die Tropfen. Doch was genau sich dort in den veränderten Anordnungen im Tropfen abbildet, das wissen wir noch nicht. Da stehen wir noch am Anfang unserer Arbeit.“ Die Stuttgarter haben die Auswirkungen von elektromagnetischen Strahlen im Speichel, im Blut und auch im Urin nachgewiesen. Die Tropfen verändern sich bereits nach einem zweiminütigen Handytelefonat. Ein hinreichendes Erklärungsmuster für das Trocknungsverhalten des Wassers nach diesen Einflüssen und seine damit verbundenen unterschiedlichen Bilder gibt es derzeit noch nicht. Aber es lässt sich dokumentieren: Über 10.000 Tropfenfotos umfasst die Datenbank, die nicht nur Handy-Versuche enthält.
„Auch Röntgen und Ultraschall haben eine Wirkung auf das menschliche Körperwasser“, erklärt Kröplin. „Wir nennen diese beobachteten Phänomene das „Gedächtnis des Wassers“, weil Wasser sich die Einflüsse, die auf es einwirken, regelrecht „merkt“. Wasser bildet Informationen in den Tropfen ab.“
Die Untersuchungen wiesen auch den Einfluss von Pflanzen und Steinen auf das Wasser nach. Kräuter wie Liebstöckel, Myrrhe und Petersilie in einem Wasserbad zeigen in den fotografierten Wassertropfen erstaunliche Bilder, die an Blattformen erinnern. „Wir stellen die Ergebnisse unserer Untersuchungen aus, um einen Dialog anzuregen. Jeder kann sehen, dass ein Bodenseewasser anders aussieht als Berliner Leitungswasser“, erklärt Kröplin.
Die Ausstellung „Welt im Tropfen“ wird am 17.10.2006 mit dem Eröffnungsvortrag „Bilder im Wasser“ von Prof. Dr.-Ing. Bernd Kröplin um 20.00 Uhr ofiziell eröffnet. Die Vernissage der Ausstellung ist für 21.30 Uhr nach dem Vortrag vorgesehen.
In der Ausstellung „Welt im Tropfen“ zeigen Forscher und Künstler bis zum 10.11.2006 ihre Arbeiten mit dem Wasser und dem Einfluss von Mobilfunk, Röntgen und Schwingungen, mit Pflanzen und Musik in plakatgroßen Tropfenfotos und Filmen.
Drei Vortragsabende zum Thema und eine abschließende Podiumsdiskussion (zusammen mit dem Verlag “Frederking & Thaler”) rund um das Wasser zeigen weitere, spannende Aspekte des kühlen Elementes.
Alle Vortragsthemen, Infos über die beteiligten Forscher und Künstler sowie das gleichnamige Buch zum Thema „Welt im Tropfen“ finden Sie auf den Internetseiten http://www.weltimtropfen.de.
Beteiligte Forscher und Künstler sind neben dem Stuttgarter Institut (ISD) unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Bernd Kröplin u.a. die Ärztin und Homöopathin Inge Just Nastansky, der Wasserforscher und Klangkünstler Alexander Lauterwasser sowie die Künstlerin Ruth Kübler.
Veranstalter der Ausstellung und der Vortragsreihe ist das Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen (isd) Universität Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Urania in Berlin.
Wir freuen uns auf die Ausstellung und die Podiumsdiskussion und werden Sie gerne über neue Entwicklungen und Ergebnisse informieren.
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